Der Himmel schien sich in der mondhellen Nacht beinahe endlos über den Ozean zu ziehen, und die Gruppe von einfachen Flößen wirkte wie verloren auf der Meeresoberfläche. Die meisten Passagiere auf ihnen schliefen zu dieser Stunde, aber einige von ihnen betrachteten aufmerksam die Gestirne. Zwar handelte es sich zum allergrößten Teil um die gleichen Himmelskörper, welche auch heute noch am Firmament zu sehen sind, doch würden einem kundigen Beobachter dieser Szene doch einige deutliche Unterschiede in der Anordnung und Bahn der Sterne und Planeten auffallen, welche den heutigen Nachthimmel von jenem vor gut 50.000 Jahren unterscheiden. Damals wie heute mußten die Seefahrer wissen, wie sie sich auf dem offenen Ozean orientieren können, sei es durch den Stand der Sonne, dem Zug von Vögeln oder den Sternen. Sie waren schon mehrere Tage auf dem offenen Ozean unterwegs und auf der Suche nach einem geheimnisvollen Land. Keiner von ihnen hatte es jemals gesehen, aber manchmal ragten gewaltige Rauchsäulen über den Horizont, welche bis an die heimatlichen Küsten dieser tapferen Seefahrer zu sehen waren. Diese von riesigen Buschfeuern herrührenden Rauchsäulen waren den Küstenbewohnern schon seit Generationen bekannt, und es wurde hinter vorgehaltener Hand viel Phantastisches und Erstaunliches über sie berichtet, auch wenn natürlich niemand etwas Sicheres wußte. Doch über Jahrhunderte hatte niemand den Mut gefunden, nach diesem fernen Land zu suchen, und es blieb ein unerschöpfliches Mysterium, bis durch die immer weiter anwachsende Bevölkerung und die immer mehr zurückgehenden Nahrungsressourcen einige tapfere Männer und Frauen das Wagnis eingingen, diese unbekannten Küsten anzufahren. Diese Leute waren geschickt darin, kleine Flöße aus Ästen und Stämmen zu fertigen, um mit ihnen aufs Meer hinaus zu rudern, um Fische und Schildkröten zu fangen, doch eine solche Überfahrt bedurfte mehr als ein solches Gefährt. Darum wurden in wochenlanger Arbeit eine Reihe von großen, stabilen Flößen aus dicken Stämmen gebaut, die groß genug waren um jeweils eine Familie samt Wasser und Proviant aufzunehmen. Am Tag ruderten die Männer mit kräftigen Holzpaddeln um schneller voranzukommen, und in der Nacht ließen sie sich von der Strömung treiben, die sie immer näher zu ihrem erhofften Ziel brachte. Dabei blieb in der Nacht auf jedem Floß stets einer der Männer wach und beobachtete den Kurs, um nicht abgetrieben zu werden, während die anderen auf den mit großen Palmblättern gepolsterten Planken schliefen oder sich noch unterhielten.
Der junge Arringurry blieb wie die vorigen Nächte auch noch wach, denn für ihn gab es am Tag auf dem Floß nicht viel zu tun, und er verbrachte viel Zeit mit schlafen. Dafür konnte er nachts die Sterne und den Mond betrachten und den Geschichten der Alten lauschen. Sie erzählten von den Ursprüngen der Welt und des Kosmos, von den Geistern der Ahnen und von allerlei mystischen Wesen. Arringurry hörte gebannt von den Taten der Vorfahren, von Abenteuern, welche die Männer einst auf der Jagd und beim Fischen erlebt hatten, und den Bewohnern der Meere. Für ihn war es alles eins, die Erzählungen von Mythen und Geistern gingen nahtlos in jene echten und teilweise auch ausgeschmückte Erlebnisse über, welche die Männer tatsächlich erlebt hatten. Er bekam vor Staunen den Mund kaum noch zu, wenn er vom Fang riesiger Schildkröten, von menschenrettenden Delphinen oder von gewaltigen Meeresungeheuern hörte.
Er kannte viele der Wesen aus dem Meer aus eigener Erfahrung, denn die Männer brachten mit ihren Booten viele unterschiedliche Arten von Fischen, Haien und auch Schildkröten mit, und in den flacheren Küstengewässern hatte er schon selbst erfolgreich watend mit der Harpune gejagt und Muscheln gesammelt. Außerdem ließ sich am Ufer immer wieder etwas Neues finden, was das Meer heran gespült hatte, vor allem nach schweren Stürmen.
Auf der bisherigen Fahrt hatte er aber mehr Fantastisches gesehen, als in all den Jahren davor. Er hatte sicherlich schon ein Dutzend Arten verschiedener Delphine entdeckt, außerdem große Schwert-und Fächerfische, Kalmare, bizarre Quallen und vieles mehr. Ihren Booten folgten seltsame Fische, unter ihnen auch einige Haie, welche noch keiner von ihnen gesehen hatte. Nachts konnte er im Schein des Mondes manchmal aus der Tiefe aufgestiegene Wesen entdecken, die anders aussahen als alles andere, was ihm je unter die Augen gekommen war. Zuweilen glühte nachts das Meer über weite Flächen in einem gespenstischen blauen Licht. Manche der Alten sagten, dies wäre ein Anzeichen kommenden Unheils, und das Licht wäre die Manifestation eines missgünstigen Meeresgottes, der über ihre Reise erzürnt wäre. Aber nichts deutete am Tage darauf hin, dass ihnen das Schicksal ungünstig gesonnen wäre. Das Wetter war gut, die See blieb ruhig und sie kamen gut voran. Außerdem war es ihnen ein Leichtes, mit ihren Speeren und Harpunen die großen Goldmakrelen und Schnapper zu fangen, die ihren Booten folgten, so dass sie auch immer genügend frische Nahrung hatten.
Eines Mittags wurde Arringurry von aufgeregten Rufen geweckt, die von einem der vorderen Flöße kamen. Er erkannte die Stimme seines Vetters Onehma, eines jungen Mannes, der ein paar Jahre älter war als er, und in ihrer Sippe bekannt dafür war, dass er besonders scharfe Augen hatte. Was er genau meinte, konnte Arringurry nicht verstehen, denn der Wind trug die Schreie Onehmas nur bruchstückhaft zu den hinteren Booten hinüber. Er hörte nur, dass es um einen Vogel ging. Die Männer auf den zurückliegenden Booten legten sich in die Riemen, um zu den anderen aufzuschließen, damit auch sie erfuhren, was es denn so aufsehenerregendes zu sehen gäbe. Es dauerte nicht lange, bis alle Flöße auf Sprechweite gekommen waren. Eine ganze Anzahl Männer und Frauen starrten auf einen Punkt in Richtung Horizont, manche von ihnen gestikulierten wild mit den Armen, um den Anderen zu weisen, wohin sie schauen sollten, andere lachten erfreut, und natürlich fingen einige, wie zu erwarten, auch an anzuzweifeln was sie sahen und stritten mit den Anderen. Arringurry starrte angestrengt in die Ferne, konnte aber nichts erkennen, da die anderen Flöße und die auf ihnen stehenden Menschen ihm die Sicht versperrten. Plötzlich stieg mit einer Böe ein Vogel in sein Sichtfeld auf, und er verstand sofort, weshalb es plötzlich diesen Aufruhr gab. Dies war kein Albatross oder Fregattvogel, oder sonst ein Hochseevogel, wie sie ihn in den letzten Tagen häufig gesehen hatten, sondern eine Art, die sie nur ganz am Anfang ihrer Reise gesehen hatten, weil sie sich nie allzu weit von der Küste entfernten. Das bedeutete, dass sie sich dem unbekannten Land näherten!
Arringurry fiel in das Jubeln der Anderen ein, das inzwischen das Herumzanken um die üblichen Zweifler fast übertönte. Hochmotiviert paddelten die Männer von nun an mit der doppelten Energie, zusätzlich auch noch angespornt von den Rufen der Frauen und Kinder.
Sie bemerkten die Schule von Buckelwalen, die ihren Weg schräg von hinten kreuzte, erst recht spät, nicht zuletzt deshalb, weil ihnen die Sonne inzwischen im Rücken stand und die Wellen höher geworden waren. Außerdem schaute niemand nach hinten, alle Augen waren auf ihr nun scheinbar in greifbare Nähe gerücktes Ziel gerichtet. So waren sie auch ziemlich überrascht, als plötzlich, nur wenige Dutzend Meter hinter ihnen, riesige blaugrau glänzende Leiber zwischen den Wellen auftauchten und sich der kleinen Flotte näherten. Die älteren Männer trieben die Anderen dazu an, schneller zu paddeln, doch die Kolosse hielten direkt auf die Flöße zu. Die Größten unter ihnen waren fast doppelt so lang wie die primitiven Boote dieser Seefahrer, bei anderen schien es sich noch um Jungtiere zu handeln. Sie waren nun teilweise so nahe, dass man gut die knotigen Hautauswüchse auf ihren Schnauzen und die tiefen Furchen ihrer Kehlen sehen konnte. Sie schienen neugierig zu sein und streckten ihre Köpfe aus dem Wasser, um mit ihren großen Kuhaugen diese seltsamen Geschöpfe auf den zusammengebundenen Baumstämmen zu begutachten. Arringurry war fasziniert von diesen Riesen, die er bisher immer nur aus weiter Entfernung auf dem offenen Meer gesehen hatte. Erst hatte ihn ihre gewaltige Gestalt eingeschüchtert, aber er merkte sehr bald, dass diese Tiere von Grund auf harmlos waren. Er verstand beim besten Willen nicht, warum die alten Männer so besorgt und aufgebracht ob ihrer Begleiter waren. Die Wale schienen Gefallen an den seltsamen Gefährten und ihrer Besatzung zu finden, und folgten ihnen mühelos, obwohl sich die Ruderer mächtig ins Zeug legten, um auf Abstand zu ihnen zu kommen. Was war nur los? Diese Tiere würden ihnen doch bestimmt nichts anhaben. Arringurry hatte gesehen, wie einer der Wale sein Maul geöffnet hatte, und darin waren noch nicht einmal Zähne, nur seltsame weiche Fransen, die etwas aussahen wie langes Fell.
Am Heck des Floßes hatte sich der alte Punta auf die Knie niedergelassen und war in einen eigenartigen gemurmelten Singsang verfallen. Punta war ein Schamane, eine Art Zauberer, von dem es hieß, er könne seinen Geist auf Reisen schicken und mit den Seelen der Ahnen und anderen seltsamen Geschöpfen verkehren. Seine wettergegerbten Hände waren so fest ineinander verschränkt, dass die Adern an seinen Armen anfingen hervorzutreten und Schweißperlen rannen an seinem Gesicht herab. Er fing an am ganzen Körper zu zittern, und seine gemurmelten Worte gingen immer mehr in angstvolles Stammeln über.
Da auf den verschiedenen Flößen unterschiedlich viele und auch unterschiedlich schnelle Ruderer saßen, waren die Abstände zwischen ihnen größer geworden, und die neugierigen Wale schwammen nun teilweise sogar zwischen ihnen. Arringurry befand sich auf einem der hinteren Flöße, so dass er die ganze Szenerie gut im Blick hatte, als mit einem mal das Wasser in einiger Entfernung regelrecht explodierte. Das Floß vor ihm wurde von einem gewaltigen Wasserschwall mehrere Meter in die Höhe gehoben und kippte zur Seite. Unter dem in der Sonne glänzenden Vorhang des wieder in die Tiefe herabfließenden Wassers zeichneten sich die Konturen eines monströsen Leibes ab. Der schwarzgraue Schemen ragte für einen winzigen Augenblick gut drei Armspannen senkrecht über die Oberfläche, bevor die Schwerkraft dem riesigen Körper Einhalt gebieten konnte und ihn wieder ins Meer herab zerrte. Die Welle, die er dabei verursachte, hob die Flöße in der nähreren Umgebung merklich an und ließ sie gefährlich schwanken. Das in die Höhe gestoßene Floss klatschte krachend auf die Oberfläche herab, wobei einige der Verbindungen rissen und sich die einzelnen Stämme voneinander lösten, wobei auch die wenigen, welche sich noch irgendwo hatten festhalten können, ihren Halt verloren und ins Wasser stürtzen.
Die Buckelwale, welche noch bis vor einem Moment die Menschen interessiert beobachtet hatten, schwammen nun in panischer Angst davon, während die vom Floß gerissenen Menschen hilflos im Wasser trieben und versuchten zu den anderen Booten zu schwimmen oder an den Resten des zerstörten Floßes Halt zu finden.
Arringurry sah wie Naajabhung, ein Schwager seines älteren Bruders, scheinbar halb benommen versuchte, in seine Richtung zu schwimmen. Er war mit dem Kopf gegen die Planken gestoßen und Blut lief an seiner rechten Schläfe herab. Die Menschen auf den anderen Flößen schrien und versuchten, zu den ins Wasser Gefallenen hinzurudern und sie aus dem Meer zu ziehen. Naajabhung war kaum noch fünf Speerlängen von dem Floß entfernt, auf dem auch Arringurry sich befand, und die Leute hielten ihm Paddel und Stöcke ins Wasser, um ihn herausziehen zu können. Doch mit einem Male verdichtete sich im azurfarbenen Blau des Meeres das Wasser zu einem dunklen stromlinienförmigen Schatten von unermesslicher Größe, und hielt direkt auf Naajabhung zu. Er wurde immer deutlicher, je weiter er sich der Oberfläche näherte, und nun zeichnete sich unter den Wellen der schwarzgraue Leib eines monströsen Haies von unglaublichen Ausmaßen ab. Er näherte sich der Oberfläche, so dass seine riesige Rückenflossen die Wasseroberfläche überragten und hielt unerbittlich auf den in Panik wie von Sinnen paddelnden Naajabhung zu. Nur noch wenige Armlängen trennten ihn von den ihm zugestreckten Paddeln, als der riesige Hai mit einem einzigen starken Schlag seiner Schwanzflosse zu ihm aufschloss und direkt hinter ihm mit seinem gewaltigen Kopf die Wellen durchbrach.
Arringurry konnte nun jedes schreckliche Detail erkennen, die mehr als faustgroßen schwarzglänzenden Augen, die Nasenlöcher, die zahlreichen Narben, welche den Kopf und die Schnauze entstellt hatten und auch das enorme Maul. Wie in Zeitlupe schien es ihm, wurde es geöffnet, und die von rosafarbenen Fleisch gesäumten Kiefer streckten sich nach vorne, so dass man nun die in mehreren Reihen stehenden Zähne in all ihrer Schrecklichkeit erkennen konnte. Die Größten von ihnen waren so groß wie die Hand eines Mannes, und dennoch sah es beinahe behutsam aus, als sie Naajabhangs Körper ergriffen und die schwarzen Augen sich in ihre Höhlen zurückdrehten und ihre weiße Rückseite den Hai aussehen ließen als sei er blind. Der gewaltige Rachen war so riesig, dass nur noch Naajabhungs Kopf und die zappelnden Arme aus ihm herausragten. Für einen winzigen Augenblick schien es tatsächlich, als wolle der Hai ihn nur mit sich herumtragen und wieder ausspucken, als sich die Kiefer wieder schlossen. Zuerst drangen die scharfkantigen Spitzen der Zähne ganz langsam nur wenige Zentimeter in das Fleisch seines vor Schmerzen schreienden Opfers, als wolle er nur einmal vorkosten. Doch dann öffnete er die Kiefer noch einmal ein paar Handbreit, um erneut zuzubeißen. Mühelos durchdrangen die Zähne Haut und Muskeln, Sehnen und Knochen. Das zu einem schrecklich anzuhörenden Gurgeln gewordene Schreien Naajabhungs erstarb jäh, und die noch aus dem Maul herausragende Körperpartie wurde knapp unter den Schultern abgetrennt. Wolken von Blut verdunkelten das Wasser und aus den Heerscharen von kleinen Fischen, welche den gewaltigen Hai auf seinen Reisen begleiteten, stoben einzelne vor, um sich inmitten dieses einem Albtraum entsprungenen Höllenszenarios noch ein paar Fetzen Fleisch zu sichern. Der Gigant öffnete noch einmal das Maul und reckte den Kopf in die Höhe, so dass man auch seine schneeweiße Unterseite gut erkennen konnte. Für einen Moment war der verstümmelte und aus unzähligen Wunden blutende Körper Naajabhungs zu sehen, bevor er durch sein eigenes Gewicht gezogen in den unergründlichen Tiefen des schwarzen Rachens verschwand.
Mit einem Mal fiel es Arringurry wie Schuppen von den Augen, und er wußte nun, wen er da vor sich hatte. Manchmal schon hatte er die Alten am Lagerfeuer mit angsterfüllten Blicken über einen gewaltigen Meeresgott tuscheln hören, groß wie ein Wal, mit einem Maul, das von einem ganzen Wald von Speerspitzen gesäumt schien und so schrecklich und zornerfüllt war, dass die bloße Erwähnung seines Namens Unglück bringen sollte. Seit Jahrzehnten schon hatte ihn niemand mehr gesehen, und selbst die meisten älteren Männer kannten ihn nur aus den Erzählungen ihrer Väter und Vorväter. Er erinnerte sich an einen vor vielen Jahren an die Küste seines Heimatdorfes angeschwemmten Walkadaver, der von schrecklichen Verletzungen entstellt war, wie sie nur ein wahres Ungeheuer hätte verursachen können. Auf Rat der Alten war eine volle Woche kein einziger Fischer mit seinem Floß aufs Meer hinausgefahren, und einmal hatte er den alten Punta im Gespräch mit einem anderen Schamanen belauscht und erfahren, was für ein Wesen ein solch gewaltiges Tier wie einen Wal derart zugerichtet hatte: Der Herr der Tiefe.
Das ganze schreckliche Schauspiel hatte nur wenige Sekunden gedauert, und die übrig gebliebenen sterblichen Überreste Naajabhungs sanken blutend und von einer silbrig glänzenden Wolke kleiner Fische verfolgt in die Tiefe. Jeder rechnete damit, dass sich der blutgierige Meeresgott nun auch den anderen Schiffbrüchigen zuwenden und womöglich auch ihre Flöße angreifen würde, doch zu ihrem größten Erstaunen beließ er es dabei, einige Kreise zwischen ihnen zu ziehen und so plötzlich wie er gekommen war wieder in den dunklen Tiefen des Meeres zu verschwinden.
Es dauerte eine ganze Weile, bis sich die zu Tode geängstigen Menschen aus ihrer Erstarrung lösen konnten, und auch die übrigen noch im Wasser schwimmenden wieder an Bord der anderen Boote gezogen wurden.
An diesem Tag fiel kaum noch ein Wort, dafür umso mehr Tränen, und auch als sie am nächsten Morgen am Horizont eine noch nie von Menschenaugen erblickte Küste entdeckten, lag noch eine lähmende Stille wie ein Leichentuch über den Flößen. Als sie gegen Mittag den Strand erreichten, fiel jedoch ein Teil des Schreckens von ihnen ab. Sie sollten hinter den Mangrovendickkichten des Strandes ein fruchtbares grünes Land mit rotem Erdboden vorfinden, voll von fantastischen Wildtieren in allen Größen. Doch nicht zuletzt wegen ihrer Begegnung mit dem Herrn der Tiefe und dem schrecklichen Blutzoll, den er für ihre Überfahrt gefordert hatte, sollten diese Menschen die Lebensart ihrer Vorfahren als küstenbewohnende Fischer aufgeben und dem Meer für viele Generationen den Rücken kehren, um als nomadische Jäger und Sammler ins Innere des unbekannten Kontinents vordringen.
Autor: Markus Bühler