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Tatzelwurm-Salbe

Ich möchte an dieser Stelle auf ein interessantes Detail eingehen, welches sich während unserer aktuellen Tatzelwurm-Tour ergeben hatte. Das Ganze begann eigentlich schon im letzten Jahr, als ich von Frau Stallhuber einen netten Brief erhielt, die durch Zufall von unseren bisherigen Forschungsarbeiten zum Tatzelwurm gelesen hatte. Darin bot sie an, mir ein wenig mehr über das Wissen ihrer Großmutter zu erzählen. Diesen Brief nahmen wir in diesem Jahr zum Anlass, um Frau Stallhuber einen Besuch während der Tour abzustatten und ein persönliches Gespräch zu führen.

Anders als gedacht stellte sich heraus, dass sie selbst bereits über 60 Jahre alt ist und das entsprechende Wissen noch von ihrer Oma erlernt hatte. Sie selbst habe zwar niemals selbst einen lebenden Tatzelwurm gesehen, aber die alten Leute in ihrer Kindheit schwörten auf die Wirkung einer hausgemachten Salbe, welche aus einem Tatzelwurm gemacht wurde.

Jetzt muss ich ein wenig weiter ausholen, denn ich habe schon bei früheren Forschungen von diversen Rezepten und Salben gehört, welche mit Zutaten vom Tatzelwurm hergestellt worden sein sollen. Einige Quellen gehen hier bis ins Mittelalter zurück, meist jedoch sehr stark mythologisiert und mit Zauberkräften beschrieben.

Das Besondere an der neuen Beschreibung ist jedoch, dass es in diesem Fall hier eine konkrete Beschreibung der Zubereitung und der Wirkung gibt.

Frau Stallhuber erinnerte sich daran, dass ihre Oma eines Tages von einem alten Mann ein armlanges, dunkelfarbiges Tier erhielt, welches wohl der besagte Tatzelwurm in der Salbe war. Das Tier war also etwa in der Länge eines Armes, ziemlich dunkel mit grauen Sprenkeln gefärbt. Dieses Tier war wohl bereits tot, denn es soll in Zeitungspapier eingewickelt gewesen sein und einen strengen Geruch verbreitet haben. Nach ihrer Einschätzung war es aber keine Schlange, sondern erinnerte sie eher an einen Molch.

Dieses Tier wurde nicht ausgenommen, sondern in kleinere Stücke zerteilt und mit Schweineschmalz, ein wenig Öl (oder Lebertran, genau weiß sie es nicht mehr), Arnika und einigen anderen Kräutern in einen großen Topf gegeben und auf dem Holzherd für mehrere Stunden aufgekocht (gesiedet). Anschließend wurde diese heiße Masse in Gläser und Tigel gefüllt, wo diese auskühlte und erstarrte.

Dabei entstand eine recht fette und trübe Salbe. Die Wirkung dieser Salbe indes soll stark beruhigend und schmerzlindernd gewirkt haben. Auf der Haut selbst wurde das eingeriebene Gewebe recht warm.

Dies ist ein recht interessanter pharmakologischer Effekt, dem ich noch weiter nachgehen werde. Hier zahlt sich meine Ausbildung und Berufserfahrung in der Kosmetik- und Pharmaindustrie wieder einmal voll aus. Es stellt sich daher auch die Frage, ob dieser Effekt alleinig auf der Kräutermischung beruht, oder auch ein chemischer Prozess oder Giftstoffe des besagten Tieres hierfür verantwortlich gemacht werden können.

Interessant ist zudem die Beschreibung, nach der es sich um einen großen Molch oder Salamander handeln könnte. Auf jeden Fall ist hier noch eine Menge an weiterer Forschungsarbeit nötig.

Es hat offenkundig den Anschein, dass hinter dem legendären alpinen Tatzelwurm ein reales Tier oder gar mehrere Tiere zu stehen scheint. Ob es sich dabei jedoch um eine neue und bislang unbekannte Art handelt, oder Fehlinterpretationen bekannter Tiere, bleibt wohl bis auf weiteres ungeklärt.

Eine entsprechende ausführliche Zusammenfassung wird in einiger Zeit folgen.


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3. November 2011, 08:11 Uhr