Rapid Assessment Program findet neue Arten
“Rapid Assessment Program” hieß eine großangelegte biologische Bestandsaufnahme, die die Umweltorganisation Conservation International im Sommer 2008 gemeinsam mit Biologen der Universität von British Columbia in den Regionen Kaijende und Hewa in Papua-Neuguinea durchführte; auch Bewohner der Region waren daran beteiligt. Etwa 600 Spezies wurden dabei registriert – über 50 davon waren der Forschung bislang unbekannt.
Dazu zählen sechs Arten von Springspinnen – einer weltweit verbreiteten Familie von Spinnen, die keine Netze baut, sondern ihre Beutetiere im Sprung attackiert. Ihre Spinnfäden nutzen Springspinnen in erster Linie zum Anlegen von Eierkokons. – Auf einer Konifere am Rande einer Regenwaldlichtung wurde auch diese Spinne hier gefunden: sie ist nicht nur eine neue Spezies, für sie musste auch eine neue Gattung im Familienstammbaum der Springspinnen eingerichtet werden.

Springspinne Tabuina varirata
Neu dürften auch Springspinnen aus der Gattung Uroballus sein – urtümlich wirkenden Tieren, die eine Größe von nur wenigen Millimetern erreichen. Über Verhalten und ökologischen Kontext der Regenwaldbewohnerin ist noch nichts Genaueres bekannt. – Gefunden wurden aber auch potenzielle Fressfeinde der Spinnen.

Unbekannte Uroballus-Art
Unbekannte Wirbeltiere werden wesentlich seltener gefunden als Wirbellose wie Spinnentiere und Insekten. Bei diesem Gecko aus der Gattung der Nacktfingergeckos dürfte es sich aber um eine solche Spezies handeln. Nacktfingergeckos verfügen über keine Haftscheiben und sind daher eher Bodenbewohner als die bekannten Kletterkünstler aus ihrer Verwandtschaft.

Cyrtodactylus-Art
Neu waren der Biologie bislang auch diese drei Froschspezies: Spektakulärster Fund ist ein großer grüner Baumfrosch aus der Gattung Nyctimystes, dessen Kaulquappen sich mit ihren Mäulern an Steinen im Bachbett festsaugen, um nicht von der Strömung fortgetragen zu werden. Der Litoria-Frosch bietet alle Kraft auf, um mit seinem Paarungs-Quaken das Rauschen des Flusses, an dem er lebt, zu übertönen – während der Winzling Oreophryne ein scharfes Zwitschern von sich gibt.

Im Uhrzeigersinn, oben beginnend: Nyctimystes, Litoria und Oreophryne
Quelle und Fotos: Conservation International / REUTERS


