Interview mit dem ORF

1. Februar 2010
Autor: Michael Schneider

Heute wurde beim ORF eine Zusammenfassung zur Thematik der Kryptozoologie veröffentlicht, wobei auch mit meiner Wenigkeit ein Interview geführt und auch auf unsere kommende Expedition Tatzelwurm 2010 verwiesen wurde. Als ich jedoch heute den fertigen Artikel gelesen habe, stimmen einige der Angaben nicht mit dem überein, was ich eigentlich sagte.

So ist der gravierendste Fehler schon im Namen unseres Magazins zu finden:

Aber auch die aktiven Kryptozoologen haben ihre eigene Zeitschrift, den „Fährtensucher“. Herausgegeben wird die Publikation vom Organisator der Tatzelwurm-Expedition Michael Schneider. In seinem Twilight-Line-Verlag erscheinen auch Romane aus dem Gebiet der Krypto-Fiction, Krimis, Horrorbücher und erotische Literatur.

Unser Magazin heißt Der Fährtenleser, zudem sind die Redaktionsbereiche innerhalb des Verlages von den anderen Belletristikbereichen getrennt, welche von anderen Mitarbeitern betreut werden. Zudem wurde zumindest von mir persönlich das komplette Verlagsspektrum nicht benannt.

Ein anderer Punkt, welcher hier etwas irreführend dargestellt wird, ist folgender:

Der Tatzelwurm gilt als gefährliches Wesen: Menschen und Tiere soll die drachenähnliche Kreatur schon angefallen haben. Das angeblich bis zu zwei Meter lange Tier wird auf Zeichnungen mit schuppiger Haut, langer Zunge und zwei kleinen Vorderbeinen dargestellt. Es soll im Alpenraum leben und so heiß sein, dass Sand unter seinem Körper zu Glas wird.

Das Tier bietet Stoff für Rittergeschichten und Kinderbücher, doch im Sommer dieses Jahres wird sich eine Expedition in Österreich auf die Spuren des Fabelwesens begeben. Die Teilnehmer sind so genannte Kryptozoologen. So heißt das Fach derer, die Hinweisen nach geheimnisvollen Tieren nachgehen, darunter befinden sich neben dem Tatzelwurm auch Yeti, Bigfoot und Nessie.

Wissenschaftliche Grauzone
Organisiert wird die „Expedition Tatzelwurm“ vom deutschen Hobby-Kryptozoologen Michael Schneider, dessen Interessensgemeinschaft Kryptozoologie bereits 2006 und 2007 eine solche durchgeführt hat. Schneider spricht von einer „Forschungsreise“, bei der es darum geht „Daten zu sammeln“. Er erwartet nicht, das legendäre Fabelwesen tatsächlich zu Gesicht zu bekommen. In erster Linie wolle man Legenden aus der Bevölkerung zusammentragen – aber auch den vermeintlichen Lebensraum des Drachens untersuchen.

Eigentlich wurde speziell darauf hingewisen, dass man das Fabelwesen selbst in der mythologischen Form nicht finden kann, sondern es vielmehr darum geht lokale Erzählungen zu sammeln, um diese später zusammenfassend auszuwerten. Ziel ist es, einen Steckbrief eines Tieres hinter den ganzen Legenden zu erstellen.

Stattdessen wurde dies mit einem anderen Zusammenhang vermischt:

Laut Schneider versuchen echte Kryptozoologen Fabeln, Hinweise und Gerüchte zu widerlegen oder eben ein Tier dazu zu finden. Menschen, die stundenlang am Loch Ness sitzen und auf Nessie warten oder dem amerikanischen Bigfoot nachspüren, bezeichnet er als nicht ernst zu nehmende Pseudokryptozoologen.

Den ersten Satz kann man beinahe so stehen lassen, ausser dass diese lediglich als Ursprungsquellen vor einer kryptozoologischen Ermittlung anzusehen sind. Weniger passend ist dazu dann die folgende Aussage, welche in einem ganz anderen Zusammenhang steht. Selbstverständlich sind Seeungeheuer als auch Bigfoot bestandteil der kryptozoologischen Methodik und hier findet auch ernsthafte kryptozoologische Forschungsarbeit statt. Vielmehr beinhaltet die ursprüngliche Aussage mit diesen Bereichen (Seeungeheuer, Bigfoot), dass es hier eine große Menge an “Pseudokryptozoologen” gibt, welche zwanghaft versuchen irgendwelche Beweise zu finden und selbst anderweitige Erkenntnisse ignorieren. Ein Thema, welches man mehr als ausführlich ausdiskutieren müsste, aber nicht in einem oder zwei Sätzen abhaken kann.

Quelle: ORF

Eine Antwort auf “Interview mit dem ORF”

  1. Na, zumindest meine Angaben stimmen. Zum zweiten Satz wären zwar noch einige erläuternde/begleitende Worte hilfreich, aber unser Gespräch dauerte auch nicht so lang.

    #271

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