Anoiapithecus brevirostris

8. Juni 2009
Autor: Michael Schneider

Nachdem der mediale Wirbel um den Urmenschenaffen Ida gerade erst verflogen ist, melden nun spanische Paläontologen den Fund eines möglichen fehlenden Zwischenglieds in der Vorgeschichte von Affe und Mensch. In der aktuellen Ausgabe des US-amerikanischen Wissenschaftsmagazins PNAS präsentierten die Forscher rund Salvador Moyà-Solàum die Überreste des Schädels und des Kiefers eines Primaten oder gar eines Hominoiden, der vor knapp 11,9 Millionen Jahre gelebt hatte.

Der Fund, der in der Nähe von Barcelona gemacht wurde, erhielt den wissenschaftlichen Namen Anoiapithecus brevirostris und den Kosenamen “Lluc”, und er könnte weitere Aufschlüsse über die Entwicklung des Menschen und die Entwicklung davor geben.

Es ist in der Paläoanthropologie zwar längst eine ausgemachte Sache, dass der Mensch aus Afrika kam, doch Funde wie “Ida” in Deutschland und “Lluc” in Spanien scheinen darauf hinzudeuten, dass die Vorfahren unserer Vorfahren wiederum aus Europa nach Afrika eingewandert sein könnten. Der Eindruck könnte allerdings auch nur deshalb entstanden sein, da es in Europa einfach mehr Ausgrabungen gibt als in Afrika, wie kürzlich im “New Scientist” angemerkt wurde.

Quelle: Der Standard, Ausgabe vom 04.06.2009

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