Newsfeed

Suchen

Die krähende Schopfkobra

Zeichnerische Darstellung der Schopfkobra  (Zeichnung: Nadine Schneider)Im Mai des Jahres 1959 fuhr John Knott aus dem Ort Binga in Südrhodesien (heute Simbabwe) in Afrika mit seinem Wagen, um sich auf den Weg nach Hause zu begeben. Nachdem er eine Weile auf der holprigen Piste gefahren war, nahm er kurz vor sich auf der Straße etwas längliches wahr, konnte aber nicht schnell genug ausweichen oder abbremsen. So geschah es, dass er mit seinem Wagen darüber hinwegrollte und erst kurz danach zum stehen kam. Als er ausstieg stellte er fest, das es sich um eine mehrere Meter lange Schlange handelte, welche er mit seinem Wagen überfahren und getötet hatte. Doch irgend etwas irritierte John Knott an diesem Anblick. Er hatte bereits viele Schlangen gesehen, aber was sich hier seinen Augen bot war doch mehr als ungewöhnlich. Vorsichtig näherte er sich dem Kadaver, um einen besseren Blick auf die Schlange werfen zu können. Nachdem er sich sicher war dass das Tier tatsächlich nicht mehr lebte, begab er sich zum Kopf des Tieres und betrachtete diesen genau. Der Kopf dieser Schlange besaß oben einen symmetrischen Kamm, welcher anscheinend mittels 5 hebelähnlicher Knorpel beweglich war, so dass die Schlange diesen Kamm aufstellen und zurückklappen konnte.

Ernstzunehmende Berichte dieser Art existieren viele aus den tropischen Gebieten Afrikas, in denen von einer kammtragenden Schlange berichtet wird, welche bislang zoologisch allerdings nicht nachgewiesen werden konnte. In vielen Berichten durch Beobachter dieser Schlange werden auch Kehllappen erwähnt, welche seitlich der Mundpartie münden. Ein weiterer Punkt, der oftmals erwähnt wird, ist ein ungewöhnlicher Ton, welchen diese Schlange ausstößt und der an das heisere Krähen eines Hahnes erinnern soll. Aufgrund dieser Beschreibungen wird sie auch als “Krähende Schopfkobra” bezeichnet, obwohl sie nicht unbedingt das Aussehen aufweist, welches für eine Kobra typisch ist. Diese Schlange ist unter der Bevölkerung zudem seit langem unter verschiedenen Namen bekannt, so auch unter dem Namen “Inkhomi”, was soviel wie “Mörder” bedeutet. Der Biß dieser Schlange soll extrem gefährlich sein und in den meisten Fällen binnen weniger Minuten zum Tode führen.

Kobra  (Photo: Archivbild)Im Jahr 1944 behauptete ein gewisser Dr. J.O. Shircore aus Koranga in Malawi, er sei im Besitz eines konservierten Kammes mit einem Teil des Halses dieser Schlange. Jedoch ist nicht bekannt, was aus diesem konservierten Überrest wurde. Aus mehreren Berichten geht hervor, dass diese Schlange eine Größe von bis zu 6 Metern Körperlänge erreichen kann. Sie ist äußerst aggressiv und angriffslustig. Wenn man sich dieser Schlange nähert, so richtet sie den Oberkörper auf, spreizt den Kamm auf dem Kopf und bläht die Kehllappen ein wenig auf. Von ihrem Aussehen erinnert sie dabei sehr stark an den mythologischen Basilisken. Das Verhalten erinnert an jenes von Kobras oder auch dem der australischen Kragenechsen (Chlamydosaurus kingii), welche bei Gefahr den Nacken aufblähen und sich aufrichten.

Wie bereits erwähnt ist diese Schlangenart bisher nicht zoologisch katalogisiert, da bislang kein lebendes oder totes Exemplar zoologisch untersucht werden konnte. Alle Indizien dieses merkwürdige Reptils betreffend beruhen auf Zeugenaussagen und den Erzählungen der Eingeborenen. Wenn man davon ausgeht das es sich um eine seltene Schlangenart handelt, welche in den tropischen Regionen Zentralafrikas mit viel Vegetation lebt, so scheint es durchaus möglich, das sie auch noch längere Zeit unentdeckt weiterexistieren kann. Da man in diesen Regionen, abgesehen von einigen Ausnahmen, mit diesen Schlangen lebt und keine große wissenschaftliche Struktur besteht, werden diese auch nicht unbedingt gemeldet, falls wieder einmal ein Exemplar auftaucht. Eventuell werden wir wieder durch einen Zwischenfall auf einer Straße, ähnlich jenem von John Knott, ein Exemplar erhalten, welches dann auch noch in die richtigen Hände vor Ort fällt. Fakt ist, das sich nicht nur ein Fabelwesen hinter all den Erzählungen verbirgt, denn hierzu stimmen zu viele Details aus weiten Gebieten Afrikas treffend überein.

Autor: Michael Schneider

Eingetragen in Kategorie: Kryptozoologie, Reptilien, Schlangen