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Der Dämon von Dover

Zeichnung von John BaxterIm April 1977 ereignete sich ein Vorfall, welcher oftmals mit der kryptozoologischen Thematik in Zusammenhang gebracht wird. Bei genauerer Betrachtung hingegen stellt sich schnell heraus, dass in diesem Fall die Ähnlichkeit zu den typischen Alien-Beschreibungen von UFO-Zeugen nicht von der Hand zu weisen ist und das gesichtete Wesen eher im Bereich der Ufologie als innerhalb der Kryptozoologie zu suchen ist.

Der damals 17jährige Bill Bartlett fuhr mit seinem Wagen, am 21.April 1977 gegen 22.30 Uhr, mit seinen zwei Freunden durch Dover in Massachusett (USA). Es war eine sternenklare Nacht und den drei Freunden begegnete so gut wie kein anderes Auto.

Plötzlich fiel das Licht des Scheinwerfers auf ein seltsames Wesen, welches sich an der Straßenseite entlang einer Steinmauer bewegte. Der erste Gedanke von Bill Bartlett war, dass es sich bei diesem Wesen um ein außerirdisches Geschöpf handeln mußte. Das Wesen, welches er gut sehen konnte, hatte einen ungewöhnlich großen, melonenförmigen Kopf, aus welchem ihm zwei große, hervorstehende und orangeleuchtende Augen anstarrten. Bill konnte weder einen Mund, eine Nase oder Ohren erblicken. Der Körper war im Gegensatz zum Kopf klein. Sein Hals, Arme und die Beine waren schmal und lang, ebenso die Finger und Zehen des Wesens.

Dieses etwa einen Meter kleine Geschöpf besaß eine pfirsichfarbene und unbehaarte Haut. Vom Anblick des Wesens verstummt, war er nicht in der Lage, seinen zwei Mitinsassen im Wagen, welche zu diesem Zeitpunkt in eine andere Richtung sahen, über den Vorfall aufzuklären. Erst nachdem er das gesehene gedanklich erfaßt hatte, erzählte er seinen Freunden von der unheimlichen Begegnung am Straßenrand.

Erst glaubte ihm niemand diese Geschichte über jene mysteriöse Erscheinung, doch schon bald stellte sich heraus, dass er nicht der einzige war, welcher dieses Wesen in jener Nacht gesichtet hatte.

Gegen Mitternacht befand sich der fünfzehnjährige John Baxter auf dem Weg nach Hause. John bemerkte in der Dunkelheit, dass er offensichtlich die einzige Person war, welche um diese Zeit noch unterwegs war. Mit einem mulmigen Gefühl im Magen rief er diesem Wesen, von welchem er jetzt die Umrisse sah, etwas entgegen, erhielt aber keine Antwort oder Reaktion auf seinen Ruf. Nach wiederholten Zurufen lief das Wesen schließlich davon.

John folgte ihm aus Neugierde, bis etwa neun Meter Abstand zwischen ihm und diesem kleinen Wesen waren. Im Schein des Mondes konnte er nun alle Details dieses Wesens erkennen. Er erkannte ein etwa ein Meter großes, auf den Hinterbeinen stehendes, Wesen, welches eindeutig kein Mensch war. Nach einer kurzen Verfolgungsjagd blieb es an einem Baum stehen und klammerte sich offensichtlich erschöpft mit seinen beiden langen und dünnen Armen an diesen Baum. Außer den beiden großen Augen konnte er keine weiteren Gesichtszüge, wie Mund oder Nase, an dieser Kreatur entdecken. Als er sich dessen bewußt wurde, was dort nur wenige Meter vor ihm am Baum stand, überkam ihn eine Panik, so dass er voller Angst davonrannte.

Ohne sich noch einmal umzudrehen, kam er kurze Zeit später zu Hause an, wo er gleich das gesichtete Wesen aufmalte. Später stellte sich heraus, dass sich die Begegnung von John Baxter nur knapp einen Kilometer von jener Stelle abspielte, an welcher Bill Bartlett jenes Wesen vom Auto aus beobachtete.

In der folgenden Nacht, ebenfalls gegen Mitternacht, tauchte das Wesen abermals auf. Diesmal wurde es von der fünfzehnjährigen Abby Brabham gesehen, als sie vom achtzehnjährigen Will Tainor mit dem Auto nach Hause gebracht wurde. Will sah das Wesen nur kurz, doch Abby beobachte es mehrere Sekunden am Stück. Die Beschreibung, welche sie ablegte, stimmte Punkt für Punkt mit denen von Bill Bartlett und John Baxter überein.

Doch was war dies für ein Wesen, welchem Loren Coleman den Namen “Dämon von Dover” gab? Laut den Beschreibungen der Augenzeugen kann man ein bekanntes Tier ausschließen. Die Cree-Indianer in Ostkanada erzählen von einer mysteriösen Pygmäenrasse mit dem Namen “Mannegishi”, welche sich gerne einen Spaß machen und Reisenden Streiche spielen. Nach den Schilderungen der Cree haben diese runde Köpfe, lange dünne Beine und Arme mit jeweils sechs Fingern. Ihr Lebensraum soll versteckt zwischen Felsen liegen. Handelte es sich bei dieser Kreatur um einen Vertreter jener Zwergenmenschen, welche bei den Ureinwohnern bekannt sind?

Jedoch sprechen einige Punkte gegen diese Behauptung, da der “Dämon von Dover” in allen Beschreibungen keine Gesichtszüge neben den dominanten Augen aufwies. Jene Zwerge der Ureinwohner sind jedoch menschenähnlich anzusehen, abgesehen von der Körpergröße und der Gliedmaße. Der Körperbau jenes Wesens wird als etwa einen Meter groß beschrieben, sehr dünn, mit dünnen langen Armen und Beinen, welcher von einem übergroßen, melonenförmigen Kopf dominiert wird. Diese Beschreibung würde allerdings problemlos auf eine andre Spezies hindeuten, welche im allgemeinen als “Greys” bezeichnet werden - jene kleine graue Außerirdische, welche mit UFO’s und Entführungsfällen durch Außerirdische in Verbindung stehen. Handelte es sich beim “Dämon von Dover” um einen jenen Greys? Doch weshalb wird seine Farbe als pfirsischfarben angegeben? Oder konnte der junge Bill Bartlett die Farbe im Scheinwerferlicht nicht eindeutig einordnen?

Fakt ist, dass in jener Nacht keine besonderen UFO-Sichtungen aus dieser Region gemeldet wurden, was aber nicht unbedingt darauf hinweist, das dort kein UFO gelandet sein könnte. Auf jene Frage, um was es sich bei jenem Wesen handelte, gibt es bis heute keine eindeutige Erklärung. Jeder Erklärungsversuch wirft zwangsläufig weitere ungeklärte Fragen auf.

Zeichnung von Bill Bartlett
Zeichnung von Bill Bartlett

Autor: Nadine Schneider

Quelle: Loren Coleman, Mysterious America: The Ultimate Guide to the Nation’s Weirdest Wonders, Strangest Spots, and Creepiest Creatures, Paraview Books 2001

Eingetragen in Kategorie: Grenzwesen, Kurioses

Zwerg und Riese

Seit allen Zeiten gibt es Berichte von Zwergen und Riesen, welche unter den Menschen lebten, oder aber in der Wildnis umherstreiften. Sagen, Mythen und Legenden sind voll von diesen Wesen. Doch in weit steckt hinter solchen Legenden ein wahrer Kern? Kann man einen Bezug zu solchen Legenden herstellen, welche solche Extreme beschreiben?

Erst seit die moderne Medizin Buch über solche Extremfälle führt, sind uns die aktuellen Rekordhalter dieser Größenbrecher bekannt. An dieser Stelle möchten wir Ihnen zwei dieser Menschen vorstellen, deren Größenunterschied ganze 2,08 Meter beträgt:

Lucia Zarate
Lucia ZarateIm Jahre 1864 erblickte Lucia Zarate das Licht der Welt. Vom Zeitpunkt ihrer Geburt an wuchs dieses Mädchen nur wenige Zentimeter. Als sie ihre volle Größe erreicht hatte war sie kaum größer als eine Puppe und wog weniger als eine Hauskatze. Lucia hatte eine Größe von nicht einmal 50 Zentimetern und wog etwa fünf Pfund. Sie gilt als die kleinste und leichteste Frau die jemals gelebt hat. Im Alter von zwölf Jahren trat sie zum ersten Mal in einer Show in den Vereinigten Staaten von Amerika auf. Sie hatte einen Stundenlohn von 20 Dollar, was für die damalige Zeit ein Vermögen war. Als kleine und reiche Lady starb sie auf tragische Art und Weise. 1890 reiste Lucia Zarate durch die Rocky Mountains, als ihr Zug in einem Schneesturm steckenblieb. Die Temperaturen fielen enorm, was für ihren winzigen Körper zur tödlichen Falle wurde, so dass sie an Unterkühlung starb.

Robert Wadlow
Robert WadlowIm Gegensatz zur zierlichen Lucia Zarate kommen wir nun zu einem wahren Hühnen von Mann, welcher als der Größte belegte lebende Mensch galt. Das Leben des Robert Wadlow war nicht immer leicht. Als er 1918 in Alton, Illinois (USA), mit einem Gewicht von 3800 Gramm geboren wurde, ahnte niemand, was diesen Jungen erwartete. Er war einer der sogenannten “Riesen”. Mit fünf Jahren überragte er mit 1,68 Metern schon seine Mutter, mit acht Jahren und ganzen 1,92 Metern seinen Vater. Seine Eltern versuchten ihn als “normalen” Jungen in die Familie und das Leben einzubeziehen. Er besuchte öffentliche Schulen und trat auch im Alter von 13 Jahren den Pfadfindern bei. In diesem Alter hatte er eine Größe von 2,20 Metern erreicht. Ärzte diagnostizierten Akromegalie, die durch übermäßige Ausschüttung von Wachstumshormonen bei Tumorbildung in der Hypophyse verursacht wird. Die hormonelle Störung wurde nicht behandelt, da sich die Wissenschaftler davor fürchteten, dass diese Fehlschlug und wahrscheinlich zum frühzeitigen Tod des Jungen führen könnte. Von seinen Eltern und seinen vier Geschwistern wurde er in jeglicher Hinsicht unterstützt. Er war für seine Geschwister der große Held.

Doch dieser Held hatte es niemals wirklich leicht in seinem Leben. Neben Verspottungen und Beschimpfungen bereiteten ihm die kleinsten Dinge des Lebens erhebliche Probleme. Er verbrachte ein einziges Jahr auf dem College, bis sein ständiger Wachstum ihn daran hinderte. Seine Hände waren zu groß und ungelenk geworden, um einen Stift zu halten. Kleidung und Schuhe mußten speziell für ihn angefertigt werden, was für die Familie ein finanzielles Problem bedeutete. Daher trat er im Jahre 1937 im Zirkus der Ringling Brothers auf. Dort stellte er sich für einige Minuten dem neugierigen Publikum zur Schau. Er besuchte viele große Städte wie New York oder Boston. Durch seine Größe und seinem enormen Gewicht ereilte ihn ein frühzeitiger Tod. Am 14. Juli 1940 starb er im Alter von nur 22 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte er die Größe von 2,78 Metern und ein Gewicht von 225 Kilogramm erreicht. In der Medizin gilt Robert Wadlow als der größte Mensch, welcher wissenschaftlich nachweisbar jemals gelebt hat. Seinem Wunsch entsprechend wurde sein Sarg in Zement eingebettet, um Plünderer davon abzuhalten, seinen Leichnam zur Schau zu stellen.

Autor: Nadine Schneider

Eingetragen in Kategorie: Anomalien, Hominologie, Krankheiten, Kurioses

Der schlaue Hans

Wilhelm von Osten mit seinem Pferd Hans  (Photo: Archiv des VKF)Obwohl immer wieder Beispiele von menschenähnlicher Intelligenz bei Tieren bekannt werden, steht der überwiegende Teil der Wissenschaftler derartigen Berichten skeptisch gegenüber. Ihrer Meinung nach lassen sich für solche Demonstrationen tierischer Intelligenz in den meisten Fällen andere Erklärungen finden. Ein schlagendes Beispiel hierfür ist der Fall des schlauen Hans, dem sogenannten Wunderpferd von Berlin, welches 1904 wegen seiner fast menschlich anmutenden Intelligenz berühmt war.

Wenn sein Besitzer, der Mathematiker Wilhelm von Osten, eine einfache Rechenaufgabe an die Tafel schrieb, stampfte Hans mit seinem Huf die Lösung. Auf die Frage “5+4=?” antwortete Hans mit neunmaligen Stampfen. Mit einem Code, bei dem Zahlen durch Buchstaben ersetzt wurden, konnte Hans auch einfache Wörter buchstabieren. Von Osten war ungeheuer stolz auf sein Pferd und lud häufig Wissenschaftler auf seinen Bauernhof ein, um ihnen die Intelligenz seines Pferdes zu demonstrieren.

Eines Tages fiel zwei Professoren der Berliner Universität auf, das Hans nur Fragen beantworten konnte, wenn sein Herr in Sichtweite stand. Durch Beobachtung der Körpersprache des Mathematikers fanden die Professoren des Rätsels Lösung. Sobald Hans mit seinem Huf stampfte, wurde von Osten so nervös, dass er sogar die Luft anhielt. Hatte sein Pferd dann die richtige Zahl erreicht, ließ von Osten kaum sichtbare Zeichen der Entspannung erkennen und seine Atmung normalisierte sich wieder.

Unglaublich, aber wahr: Das Pferd hatte von sich aus gelernt, so oft auf den Boden zu stampfen, bis sein Herr erleichtert aufatmete. Obwohl von Osten sich kaum bewegte, gab er dennoch Hans unbewußt zu verstehen, dass es nun an der Zeit sei, mit dem Stampfen aufzuhören. Auf diese Art und Weise hatte sich das Pferd mit seinem Herr zu einem guten Team eingespielt.

Autor: Nadine Schneider

Eingetragen in Kategorie: Kurioses, Verhalten

Milchdiebe

Die Milchdiebe von England

Im Jahre 1921 öffnete eine Hausfrau aus Swaythling in England wie jeden Morgen die Haustür um die Milchflasche zu holen, welche tagtäglich vor Sonnenaufgang vom Milchmann geliefert wird. Zum wiederholten Male musste sie leider feststellen, dass der Pappdeckel der Flasche sowie etwas Milch fehlte. Diese Milchdiebstähle verbreiteten sich in der ganzen Nachbarschaft. Nachdem diese seltsamen Vorkommnisse immer weiter zunahmen, trat man mit diesem Problem an den Milchmann heran. Dieser versuchte den aufgebrachten Leuten zu erklären, wer für das Verschwinden der Milch verantwortlich sein könne. Er war der Meinung, dass das gefiederte Volk dafür verantwortlich zu machen sei. Jeden Morgen bei der Milchauslieferung folgten ihm stets etwa neun Blaumeisen, manchmal auch noch mehr. Aber niemand der Dorfbewohner wollte der Geschichte des Milchmannes Glauben schenken.

BlaumeiseWas keiner für möglich hielt bestätigte sich jedoch, als einer der Beraubten sich auf die Lauer legte. Und wahrhaftig konnte er diese Vögel beobachten, wie sie, nachdem der Milchmann verschwunden war, sich mit den Füßen am Rand der Milchflaschen festklammerten und mit dem Schnabel so lange auf den Pappverschluss der Milchflaschen hämmerten, bis diese offen waren. Danach versteckte die Blaumeise ganz raffiniert den Verschluss in einem Busch in unmittelbarer Nähe und machte sich nach dieser Arbeit an die wohlverdiente Milch.

Diese Milchdiebstähle verbreiteten sich nach einiger Zeit in ganz England, innerhalb weniger Jahre sogar in Schottland und Irland. Die stark vermehrten Milchraubzüge liegen auch mit der sehr starken Blaumeisenpopulation zusammen. Englands Milchindustrie wurde entgültig im Jahr 1944 dazu verleitet, von den einfach herzustellenden Pappdeckeln auf Metallverschlüsse umzuwechseln. Doch auch diese Maßnahme schreckte die milchvernarrten Blaumeisen nicht davon ab, weiter erfolgreiche Milchdiebstähle zu begehen. Die Kunden wurden nun darum gebeten, Steine, Töpfe oder Handtücher vor der Haustüre zu deponieren, damit der Lieferant die Flaschen damit abdecken konnte. Doch die Blaumeisen gaben nicht auf.

Eine Frau konnte beobachten, wie eine walnusskleine Meise so lange auf einem der Steine herumhüpfte, bis dieser herunterfiel. Eine weitere Zeugin sah mit an, wie am Handtuch mehrere Blaumeisen zogen, um so an die Flaschen mit dem köstlichen weißen Inhalt zu gelangen. Trotz der Belästigung durch diese Milchräuber wollte keiner den Vögeln etwa antun und sie “vernichten”. Die britischen Haushalte müssen sich damit abfinden, dass sich die schlauen Blaumeisen gelegentlich an ihrer Milch bedienen und sehen es mittlerweile gelassen.

Autor: Nadine Schneider

Eingetragen in Kategorie: Kurioses, Verhalten, Vögel