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Rassismus, Amerika und El Chupacabras

Humorvolle Zeichnung des ZiegensaugersEiner der mysteriösesten Kryptiden scheint der legendäre El Chupacabras (Der Ziegensauger) zu sein, hinter welchem durchaus ein reales Phänomen als Hintergrund des Mythos steht. Dennoch dichtet man gerade diesem Kryptiden einige recht wilde Theorien an, wobei vor allem jene des biologischen Experiments aus einem der Forschungslaboratorien der USA auf Puerto Rico eine weite Verbreitung gefunden hatte.

Hinter dieser Legende des Bio-Monsters aus dem Labor steht allerdings ein weiterer Hintergrund, welcher den meisten Menschen nicht bekannt ist und auf einer gewissen Anfeindung der Puertorikaner und den Amerikanern beruht, da für eine breite Masse in der US-amerikanischen Bevölkerung die Puertorikaner eine minderwertige Menschengruppe darstellt.

Im 20. Jahrhundert war Puerto Rico sogar eines der großen Testgebiete der Amerikaner für alle möglichen Waffen, vor allem von Chemiewaffen und biologischer Kriegsführung.

Aber nicht nur militärische Experimente wurden auf Puerto Rico durchgeführt, auch eine Unmenge an geheimen medizinischen Versuchen wurden hier über Jahrzehnte hinweg getätigt.

Aussagen von hohen Militärs und Wissenschaftlern erinnern dabei recht deutlich an jene Vorwürfe, welche deutsche Militärs und Wissenschaftler im 3. Reich den Juden und anderen Gruppen unterstellten. So behauptete z.B. im Jahre 1932 der Chefpathologe Dr. Cornelius Rhodes vom wissenschaftlich hoch angesehenem Rockefeller Institut: “Die Puertorikaner sind die schmutzigste, faulste, verkommenste und diebischste Menschenrasse, die jemals die Erde bevölkert hat … jedem Arzt bereitet es Vergnügen, diese erbärmlichen Wesen zu quälen und zu missbrauchen”.

Selbst heute noch spielt der Inselstaat, welcher zu amerikas Außengebieten gezählt wird, in der amerikanischen Regierung eine sehr untergeordnete Rolle. Puerto Rico ist ein assoziierter Freistaat innerhalb der USA. Es gibt zwei Parlamente: das Abgeordnetenhaus mit 54 Mitgliedern und den Senat mit 28 Mitgliedern. Der Gouverneur von Puerto Rico wird alle 4 Jahre direkt gewählt. Die Puertorikaner haben die Staatsbürgerschaft der USA, sind bei den US-Präsidentenwahlen jedoch ohne eigenes Stimmrecht. Im Repräsentantenhaus des Kongresses ist Puerto Rico mit einem Abgeordneten ohne Stimmrecht vertreten.

Obwohl die Insel zu den USA gehört, bezeichnen sich nur etwa 10 % als US-Amerikaner. Die meisten (rund 87 %) sehen sich als Nachkommen der Spanier oder als Nachkommen afrikanischer Sklaven. Dies zeigt bereits überdeutlich, wie groß die Kluft zwischen Amerika und Puerto Rico tatsächlich ist.

Zudem befand sich auf der vorgelagerten Insel Vieques ein großer Militärstützpunkt der United States Navy, welche dort bis ins Jahr 2004 das große Testgelände unterhielt und so 70% des Geländes der Insel ein militärisches Sperrgebiet sind. Der Boden in diesem Sperrgebiet ist selbst heute noch hochgradig mit Kadmium, Blei, Quecksilber, Uran und anderen Giften kontaminiert. Die Krebsrate liegt in der Nähe des ehemaligen Testgebietes um 26% höher als dem restlichen Gebiet Puerto Ricos. Missbildungen und Totgeburten waren zudem eine der Folgen der Verseuchung des Geländes durch die Amerikaner.

Dort wurden, wie bereits erwähnt, eine Vielzahl an chemischen und biologischen Waffentests ausgeführt, wie etwa das Versprühen von Agent Orange, um die Testreihen für den Vietnamkrieg durchzuführen, Tests mit Thalidomit (besser bekannt als Hauptbestandteil von Contergan), welche für erhebliche Missbildungen und Todesraten bei Neugeborenen verantwortlich sind, und eine Unzahl an streng geheimen Waffentests, wie Torpedos, Gasbomben und Urankernmunition.

Bei Drogenexperimenten wurden Strafgefangenen in Puerto Rico zudem über Jahrzehnte hinweg alle möglichen Drogen verabreicht, um die Folgen studieren zu können. Neben Kokain, Heroin und etlichen weiteren Drogen wurde vor allem auch die Einsatzfähigkeit von LSD und deren Langzeitfolgen erprobt.

Dazu kamen weitere extrem umstrittene und geheime Experimente an Strafgefangenen der Insel, bei denen Plutonium und andere radiaktive und giftige Stoffe verabreicht wurden. Noch bis ins Jahr 1980 wurden dort auch weitere medizinische Experimente durchgeführt, wo man z.B. ebenfalls an Strafgefangenen die Langzeitwirkungen weiblicher Hormone auf den männlichen Körper testete.

Als sich in den Medien Puerto Ricos Anfang der 1990er Jahre die Meldungen über den Ziegensauger “El Chupacabras” häuften, lag es in so fern nahe, diese Vorgänge auch mit den Experimenten der Amerikaner in Verbindung zu bringen, obwohl es hierfür keinen stichhaltigen Hintergrund gibt.

So kam schnell die Behauptung auf, dass der Chupacabras eine Kreatur sei, welche bei Laborversuchen mit einem genetischen oder bionischem Experiment entweichen konnte, als dieses außer Kontrolle geriet.

Was bei den Vertretern dieser Theorie jedoch nicht beachtet wird ist der Umstand, dass selbst unsere beste Technik und die besten Wissenschafter heute nicht imstande wären, eine solche Kreatur zu erschaffen, welche Merkmale gleich mehrerer unmöglicher Tiere aufweisen und zudem sich vollkommen von Blut ernähren müsste. Wir sind heute zwar in der Lage unter großem Aufwand Tiere zu klonen, auch kann man Tiere genetisch so anpassen, das diese gewisse Eigenschaften besitzen - doch hierzu muss man die dafür verantwortlichen Gene und Vorgänge kennen.

So bleibt die Experiment-These eine unbelegbare, aber recht medienwirksame Science-Fiction-Geschichte, basierend auf dem Konflikt der Puertorikaner und der Amerikaner.

Karte von Puerto Rico  (Public Domain)

Autor: Michael Schneider

Verwendete Quellen:

  • Factor X, Ausgabe 18, Marshall-Cavendish Collection, 2000
  • J.Miller, Secret U.S. Weapons, JLP Publishers, London 2002
  • Wikipedia
  • CNN

Eingetragen in Kategorie: Chupacabras, Kryptide, Kryptozoologie

Kryptozoologie in den Medien

Eine Frage, welche wir immer wieder gestellt bekommen, ist jene, was denn die Kryptozoologie überhaupt sei, da man entweder rein gar nichts mit dem Begriff an sich anfangen kann, oder aber man diesen gleich mit Ungeheuern wie Nessie, dem Bigfoot, Drachen oder dem Yeti verbindet. Das Bild der Kryptozoologie in den Medien wird zudem meist durch Monstermeldungen geprägt, obwohl die Kryptozoologie an sich als eine erweiterte Studie der Zoologie anzusehen ist, die sich mit weitaus mehr befasst, als nur mit der Suche nach ein Ungeheuern und Fabelwesen.

Ein weiterer Punkt, welcher ebenfalls sehr oft mit der Thematik der Kryptozoologie in Verbindung gebracht wird, ist ebenso falsch formuliert wie der Aspekt der „Monstersuche“. Auf einer Unzahl von Webseiten wird die Kryptozoologie immer mit der Entdeckung von bislang völlig unbekannten Tieren in Verbindung gebracht, so dass aus jeder zoologischen gleich eine kryptozoologische Entdeckung wird, obwohl dies eine völlig falsche Darstellung ist. Zoologische Entdeckungen sind zwar auch für die Kryptozoologie von großem Interesse, haben aber nur bedingt etwas mit Kryptozoologie zu tun.

Um die Methodik der Kryptozoologie zu erklären, fangen wir einmal mit der Definition des Begriffes an sich an.

Viele Menschen, besonders in der westlichen Welt, sind der Auffassung, dass heute unsere Welt so gut wie komplett erforscht wurde und auch im Reich der Tiere kaum noch etwas zu entdecken ist. Die Zoologie befasst sich mit bereits bekannten Arten und fügt durch Beobachtungen nur noch neues Wissen über diese bekannten Tiere hinzu. Auch der Schutz der Tiere durch die menschliche Bedrohung ist eine wichtige Aufgabe der Zoologie. Immerhin sind zoologisch mehr als 1,75 Millionen Tierarten dieses Planeten zusammengenommen bekannt. Zudem werden ständig neue Arten entdeckt, welche es ebenfalls zu erforschen gilt. Und der französische Baron und Naturwissenschaftler Georges Cuvier gab bereits im Jahre 1819 bekannt, dass man kaum noch unentdeckte Tiere finden könne. Und heute scheint unsere Welt durch Satelliten, Radar, Sonar, Telekommunikation und das Internet viel kleiner und völlig entdeckt zu sein.

Doch diese Annahme ist weit gefehlt, wenn man diese 1,75 Millionen Tierarten für das gesamte Spektrum des Lebens hält. Faktisch ist dies jedoch nur ein kleiner Bruchteil der unbekannten 5 bis 30 Millionen Arten, welche noch vermutet werden (offiziell haben sich die Zoologen auf 15 Millionen geeinigt). Und dabei kennen die meisten Menschen noch weniger als 0,01 Prozent davon. Große Teile unserer Erde sind immer noch absolutes Neuland, denn selbst modernste Satellitentechnik kann nicht den Forscher und Entdecker vor Ort selbst ersetzen. Und diesem sind Grenzen gesetzt, nämlich immer dann, wenn die Natur selbst ein erreichen der Region unmöglich macht bzw. selbst unter großem Technikaufwand erheblich erschwert. Und natürlich ist eine intensive Suche mit erheblichem Kostenaufwand verbunden, welcher vielen Forschern einfach nicht zur Verfügung steht.
Hinzu kommt erschwerend, dass der Mensch mittlerweile extrem viele Arten in ihrem angestammten Lebensraum ausgerottet hat, bevor diese überhaupt zoologisch erfasst werden konnten. Auch die Frage nach längst ausgestorbenen Tieren und deren möglichen Überleben kommt noch als offene Fragestellung hinzu. Und genau hier setzt dann auch die Kryptozoologie an.

Ein großer Teil der modernen Menschen wissen, mit welcher Thematik sich die wissenschaftlichen Disziplinen der Paläontologie oder der Zoologie beschäftigt, doch was ist mit der Kryptozoologie? Kryptozoologie setzt sich aus den griechischen Wörtern “kryptos” für “versteckt” oder “verborgen”, “zoon” für Tier und “logos” für Studie zusammen. In einem Satz sinngemäß übertragen also die “Studie der verborgenen Tiere”.

Eine klarere und ausführlichere Definition, als die grobe Übersetzung des Wortes, zog der bekannte Kryptozoologe Professor Loren Coleman (University of Southern Maine): “Kryptozoologie ist die Studie von versteckten Tieren (ob groß oder klein), welche von der (meist) westlichen Wissenschaft nicht anerkannt werden, deren Existenz aber trotzdem von menschlichen Wesen bezeugt werden kann“.

Die International Society of Cryptozoology (ISC) versuchte sich 1982 an einer weiteren Definition. Demnach enthält die Kryptozoologie auch die mögliche Existenz bekannter Tiere in Gebieten, wo deren Vorkommen nicht vermutet wird, ebenso wie das unbekannte fortdauern vermeintlich ausgestorbener Tiere in die heutige Zeit oder in die jüngste Vergangenheit.

Eine etwas neuere Definition schließlich hat auch das Aufspüren neuer, noch unbekannter Arten, welche sich bis zum heutigen Tage vor der Entdeckung entziehen konnten, obwohl deren Lebensraum als erschlossen gilt, in die Systematik mit eingegliedert. In diese letzte Gruppe fallen Tiere, welche zwar bereits Menschen in besiedelten Gebieten aufgefallen sind, deren Art jedoch noch nicht zoologisch erfasst wurde. Selbst in der unmittelbaren Nähe großer Städte und eigentlich erforscht geglaubter Umwelt werden neue Arten entdeckt. Warum sollte es in solchen Regionen also nicht noch Tiere geben, die uns vollkommen unbekannt oder als ausgestorben geglaubt sind? Immerhin finden hier ständig neue Entdeckungen statt. Doch hier liegt der wichtigste Punkt der Unterscheidung zwischen Krypto- und normaler Zoologie darin begründet, ob diese Tiere der ansässigen Bevölkerung bereits aufgefallen und somit bekannt waren, jedoch noch nicht zoologisch erfasst wurden, oder ob die Entdeckungen völlig unbekannter Natur sind.

Neben dem hauptsächlich zoologisch geprägtem Aufgabenfeld der Kryptozoologie haben wir dann auch noch jenen Teil, welcher sich mit der Identifizierung von mythologischen Wesen beschäftigt. Dieser Teilbereich wird deshalb auch als „Mythologische Kryptozoologie“ bezeichnet. Wenn man z.B. auf der Spur einer Drachenlegende wandelt und als Ergebnis z.B. einen unbekannten Waran findet, oder eine bereits bekannte Waranart als Hintergrund des Mythos identifizieren kann, wäre dies eine direkte kryptozoologische Entdeckung.

Und dann kommen die „Ungeheuer“ und „Monster“ ins Spiel, deren Hintergründe die Kryptozoologie erforscht. Vornehmlich ist dabei die Identifizierung und Erfassung der Tiere der wichtigste Aufgabenpunkt. Oftmals können solche „Ungeheuer“ als völlig normale Tiere identifiziert werden. Doch sind diese nicht das Hauptaufgabengebiet der Kryptozoologie. Die (ernsthafte) Kryptozoologie beschäftigt sich vor allem mit der Entdeckung und Dokumentation normaler Tiere, welche verborgen vor dem Menschen leben. Vor allem der Nachweis von Tieren, welche als bereits ausgestorben gelten, ist ein wichtiger Bestandteil der Kryptozoologie. Dies sind in der Regel Fische, Ratten, Vögel, Echsen, Am-phibien, sehr viele Insekten und Spinnen, Primaten, Raubkatzen und weitere diverse Säugetiere.

Ein anderer Teilbereich wird unter dem Oberbegriff „Hominologie“ geführt, welcher sich mit der Frage von eventuell weiteren existenten Menschenarten, bzw. mit der Weiterexistenz von Menschenvorgängern bis in die heutige Zeit befasst. In diese Kategorie gehören z.B. der legendäre Bigfoot, der Yeti, der Alma und viele weitere Arten von menschenähnlichen Wesen, welche überall auf der Erde gesichtet wurden und werden.

Doch davon wird in den meisten Medien und auf den meisten Webseiten von Kryptozoologie-Fans kein Wort erwähnt. Tatsächlich ist die Suche nach Drachen, Bigfoot und anderen “Monstern” nur ein Randgebiet der Kryptozoologie. Aber dieses Randgebiet übt auf die breite Öffentlichkeit wohl den meisten Reiz aus, wodurch leider die reguläre Arbeit der Kryptozoologie auf der Strecke bleibt und ein unbeachtetes Schattendasein führt.

Der Zoologe Bernard Heuvelmans wird heute als moderner “Vater der Kryptozoologie” angesehen. Der Begriff Kryptozoologie selbst wurde von ihm in den späten fünfziger Jahren geprägt und vom Chefinspektor der französischen Übersee-Territorien, Lucien Blancou, erstmals in einer wissenschaftlichen Publikation, die Heuvelmans gewidmet wurde, verwendet (”Bernard Heuvelmans, Maitre de la Cryptozoologie”) und somit öffentlich bekannter. Heuvelmans sammelte Tausende von Berichten, Legenden, Sagen, Geschichten und Indizien verborgener Tiere und prägte durch seine Arbeit die Kryptozoologie nachhaltig. Zu seinen Publikationen zählen zahlreiche Bücher über dieses Thema, so unter anderem auch die Referenzwerke “On the Track of Unknown Animals”, “In the Wake of the Sea-Serpents” oder “The Kraken and the Colossal Octopus: In the Wake of the Sea-Monsters”. Im Jahr 1981 gründete er zusammen mit Roy P. Mackal, J. Richard Greenwell und einigen anderen die “International Society of Cryptozoology” mit Sitz in Tucson/Arizona, welche sich mit diversen Schriftveröffentlichungen (ISC Newsletter und das Journal Cryptozoology) sehr verdient gemacht hat und mittlerweile aufgrund mehrerer bedauerlicher Umstände aufgelöst wurde. Heuvelmans selbst lebte eher zurückgezogen, da er seit den neunziger Jahren schwer erkrankt war. Am 23. August 2001 starb Bernard Heuvelmans an Herzversagen.

Die kryptozoologisch interessanten Lebewesen selbst werden als Kryptiden bezeichnet, eine Bezeichnung die aus einem Brief an die International Society of Cryptozoology von John E. Wall aus dem Jahr 1983 stammt.

In Deutschland gab es bislang einige, mittlerweile wieder aufgelöste, Ansätze zur ernsthaften Kryptozoologie, wie etwa das „Zentrum für kryptozoologische Forschung“ (ZkF) in Berlin, welches durch Herrn Hans-Jörg Vogel begründet wurde. Im Jahr 2005 schließlich wurde eine neue Gruppierung ins Leben gerufen, der „Verein für kryptozoologische Forschungen“ (VkF), welche sich der Thematik angenommen hat und welcher auch hinter dem Magazin Der Fährtenleser steht.

Durch die Arbeit einiger weniger Personen nimmt die Öffentlichkeit in den letzten Jahren immer mehr Notiz von der Kryptozoologie. Im TV sind teilweise recht ansprechende und gute Dokumentationen zu sehen, welche auf der ernsthaften Erforschung kryptozoologischer Wesen (Kryptide) beruhen. Auch in der seriösen Presse werden immer mehr kryptozoologische Themen verarbeitet.

Leider, und dies ist ein negativer Punkt an den Massenmedien, werden in der Regenbogenpresse und im Internet immer noch etliche Meldungen mit der Kryptozoologie in Verbindung gebracht, welche definitiv nichts damit zu tun haben.

Wenn z.B. eine zweiköpfige Schildkröte geboren wird, ist dieses Ereignis fast immer unter dem Thema „Kryptozoologie“ abgelegt. Doch solche Launen der Natur, welche zudem nicht einmal der Methodik der kryptozoologischen Forschung unterliegen, sind keine Kryptiden und müssen nicht einmal erforscht werden. Anders wäre der Fall gelagert, wenn man eine zweiköpfige Schildkröte in der Natur beobachten würde, ohne genau zu wissen, um welches Tier es sich dabei handeln könnte. Geht man dann Aufgrund eines solchen Augenzeugenberichtes der Geschichte nach und würde dann eine zweiköpfige Schildkröte finden, welche zudem nicht einmal an diesem Ort vermutet wurde, hat man eine kryptozoologische Entdeckung gemacht.

Blickt man einmal durch das Internet, wird man aber überall solche Fehlinformationen vorfinden, wo aus normalen Ereignissen plötzlich kryptozoologische Entdeckungen gemacht werden.

Kommen wir zum Abschluss noch einmal zurück zum TV. Es gibt, wie bereits erwähnt, einige gute Sendungen mit kryptozoologischen Themen. Aber auch die Schattenseite hiervon ist an der Tagesordnung. Monster und Gruselgeschichten über Ungeheuer vermarkten sich nun einmal gut, so dass auf die wenigen guten Sendungen eine Schwemme an unseriösen Falschmeldungen folgt.

Eines der wichtigsten Ziele der Kryptozoologie muss also auch sein, ein öffentliches Bewusstsein und Anerkennung als seriöse Forschungsrichtung zu schaffen. Leider werden die wenigen Erfolge in dieser Richtung durch die beschriebene Schwemme an Fehlinformationen erheblich erschwert. Aber nach 50 Jahren offizieller Kryptozoologie, in welchen diese eher ein Schattendasein als ernsthafte wissenschaftliche Forschungsrichtung führte, befinden wir uns aktuell an einem Punkt, an welchem endlich mehr Menschen davon Kenntnis nehmen.

Autor: Michael Schneider

Siehe auch: Der Fährtenleser 1

Eingetragen in Kategorie: Allgemein, Kryptozoologie

El Chupacabras - Geburt eines Mythos

Immer wieder liest man in den Medien von einem mysteriösen Vampirwesen, welches unter dem Namen „El Chupacabras“ (dt. „Der Ziegensauger“) in Süd- und Mittelamerika für Angst und Schrecken sorgt, Farmtiere tötet und diesen durch angebliche kleine Einstiche im Hals das Blut aussaugt. Doch was könnte hinter diesen Geschichten über dieses unheimliche Wesen stecken?

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Eingetragen in Kategorie: Chupacabras, Kryptide, Kryptozoologie, Mythologie, Verhalten

Die krähende Schopfkobra

Zeichnerische Darstellung der Schopfkobra  (Zeichnung: Nadine Schneider)Im Mai des Jahres 1959 fuhr John Knott aus dem Ort Binga in Südrhodesien (heute Simbabwe) in Afrika mit seinem Wagen, um sich auf den Weg nach Hause zu begeben. Nachdem er eine Weile auf der holprigen Piste gefahren war, nahm er kurz vor sich auf der Straße etwas längliches wahr, konnte aber nicht schnell genug ausweichen oder abbremsen. So geschah es, dass er mit seinem Wagen darüber hinwegrollte und erst kurz danach zum stehen kam. Als er ausstieg stellte er fest, das es sich um eine mehrere Meter lange Schlange handelte, welche er mit seinem Wagen überfahren und getötet hatte. Doch irgend etwas irritierte John Knott an diesem Anblick. Er hatte bereits viele Schlangen gesehen, aber was sich hier seinen Augen bot war doch mehr als ungewöhnlich. Vorsichtig näherte er sich dem Kadaver, um einen besseren Blick auf die Schlange werfen zu können. Nachdem er sich sicher war dass das Tier tatsächlich nicht mehr lebte, begab er sich zum Kopf des Tieres und betrachtete diesen genau. Der Kopf dieser Schlange besaß oben einen symmetrischen Kamm, welcher anscheinend mittels 5 hebelähnlicher Knorpel beweglich war, so dass die Schlange diesen Kamm aufstellen und zurückklappen konnte.

Ernstzunehmende Berichte dieser Art existieren viele aus den tropischen Gebieten Afrikas, in denen von einer kammtragenden Schlange berichtet wird, welche bislang zoologisch allerdings nicht nachgewiesen werden konnte. In vielen Berichten durch Beobachter dieser Schlange werden auch Kehllappen erwähnt, welche seitlich der Mundpartie münden. Ein weiterer Punkt, der oftmals erwähnt wird, ist ein ungewöhnlicher Ton, welchen diese Schlange ausstößt und der an das heisere Krähen eines Hahnes erinnern soll. Aufgrund dieser Beschreibungen wird sie auch als “Krähende Schopfkobra” bezeichnet, obwohl sie nicht unbedingt das Aussehen aufweist, welches für eine Kobra typisch ist. Diese Schlange ist unter der Bevölkerung zudem seit langem unter verschiedenen Namen bekannt, so auch unter dem Namen “Inkhomi”, was soviel wie “Mörder” bedeutet. Der Biß dieser Schlange soll extrem gefährlich sein und in den meisten Fällen binnen weniger Minuten zum Tode führen.

Kobra  (Photo: Archivbild)Im Jahr 1944 behauptete ein gewisser Dr. J.O. Shircore aus Koranga in Malawi, er sei im Besitz eines konservierten Kammes mit einem Teil des Halses dieser Schlange. Jedoch ist nicht bekannt, was aus diesem konservierten Überrest wurde. Aus mehreren Berichten geht hervor, dass diese Schlange eine Größe von bis zu 6 Metern Körperlänge erreichen kann. Sie ist äußerst aggressiv und angriffslustig. Wenn man sich dieser Schlange nähert, so richtet sie den Oberkörper auf, spreizt den Kamm auf dem Kopf und bläht die Kehllappen ein wenig auf. Von ihrem Aussehen erinnert sie dabei sehr stark an den mythologischen Basilisken. Das Verhalten erinnert an jenes von Kobras oder auch dem der australischen Kragenechsen (Chlamydosaurus kingii), welche bei Gefahr den Nacken aufblähen und sich aufrichten.

Wie bereits erwähnt ist diese Schlangenart bisher nicht zoologisch katalogisiert, da bislang kein lebendes oder totes Exemplar zoologisch untersucht werden konnte. Alle Indizien dieses merkwürdige Reptils betreffend beruhen auf Zeugenaussagen und den Erzählungen der Eingeborenen. Wenn man davon ausgeht das es sich um eine seltene Schlangenart handelt, welche in den tropischen Regionen Zentralafrikas mit viel Vegetation lebt, so scheint es durchaus möglich, das sie auch noch längere Zeit unentdeckt weiterexistieren kann. Da man in diesen Regionen, abgesehen von einigen Ausnahmen, mit diesen Schlangen lebt und keine große wissenschaftliche Struktur besteht, werden diese auch nicht unbedingt gemeldet, falls wieder einmal ein Exemplar auftaucht. Eventuell werden wir wieder durch einen Zwischenfall auf einer Straße, ähnlich jenem von John Knott, ein Exemplar erhalten, welches dann auch noch in die richtigen Hände vor Ort fällt. Fakt ist, das sich nicht nur ein Fabelwesen hinter all den Erzählungen verbirgt, denn hierzu stimmen zu viele Details aus weiten Gebieten Afrikas treffend überein.

Autor: Michael Schneider

Eingetragen in Kategorie: Kryptozoologie, Reptilien, Schlangen

Orang Pendek

Der kurze Waldmann Sumatras

Die Insel Sumatra ist mit 473.482 km² die sechstgrößte der Welt. Wir befinden uns im 15.000 Quadratkilometer großen Kerinci-Seblat-Nationalpark. Tapire und Großkatzen kreuzen die Wege des Wanderers. Plötzlich und unerwartet huscht ein kleiner Schatten durch das Unterholz des dichten Bergregenwaldes. Es ist ein aufrecht gehendes Wesen mit langen Armen und menschenähnlichem Aussehen: der Orang Pendek!

Der “Orang Pendek” wird in der Landessprache auch oft “Sedapa” genannt und geistert seit den Sichtungen von Deborah Martyr 1995 wieder vermehrt durch die Presse. Sie hatte ihn Mr. Burglar (Herr Dieb) genannt, da er immer wieder in ihr Lager eindrang und Lebensmittel stahl. Das man die Forschungen ernst nehmen sollte beweist die Tatsache, dass ihre Arbeit durch die britische Umweltschutzorganisation “Fauna and Flora International” unterstützt wird. Schon 1818 wurde der Orang Pendek im “Marco Polo” von William Marsden erwähnt. Er war Sekretär in Benkoelen/Sumatra. Wie folgt beschrieb er die “Wesen” das erste Mal: “Er hatte lange Arme, ein menschenähnliches Gesicht, aufrechten Gang und ist wohl ein Einzelgänger, der in den Bergen lebt.”

Orang Utan  (Photo: Archivbild)Allerdings vermutetet Marsden hinter dem Orang Pendek eine der beiden auf der Insel lebenden Stämme der Ureinwohner. Beide leben sehr zurückgezogen und pflegten zu dieser Zeit noch keinen Kontakt mit der zivilisierten Welt. Auch der Name, den die Bevölkerung ihm zu seiner Sichtung nannte, brachte ihn auf dieses Ergebnis. Orang Pendek, was soviel heißt wie “Kurzer Mann”. In der Sprache der Einheimischen ist Orang Utan (”Waldmensch”) eine abfällige Bemerkung, in Ost-Sumatra für einen anderen Menschen.

Die gezielte Suche nach dem Orang Pendek begann allerdings schon 1890. Der Holländer Dubois, angeregt durch Darwins Evolutionstheorien, begab sich in den Kerinici-Seblat-Nationalpark und wurde dort auch fündig. In einer Höhle entdeckte er einen menschlichen Zahn. Nach neuesten Untersuchungen ist dieser ca. 80.000 Jahre alt. Auch auf der Nachbarinsel Java konnte er Beweise für eine frühe Bevölkerung finden. Ein Schädel mit Backenzahn und einen Oberschenkelknochen. Der Anatom schloß aus dem Oberschenkelknochen darauf, dass es sich um ein aufrecht gehendes Wesen handeln musste, den Homo erectus.

Sieht man sich die häufigsten Beschreibungen eines Orang Pendeks an, kommt man zu folgendem Ergebnis:

  • Größe: bis zu 1,20 m
  • Aufrecht auf den Beinen gehend
  • Braun-schwarze Körperbehaarung, am Kopf des öfteren mit einer längeren Mähne beschrieben

Homo erectusWürde man jetzt eine Zeichnung anfertigen, mit sämtlichem Wissen über gefundene Zähne, Schädelfragmenten und Oberschenkelknochen, käme eine Mischung aus Urzeitmensch und Affen heraus. Der “Missing Link” zwischen Mensch und Tier?

Der Orang Pendek wird meist mit geringer Körperbehaarung beschrieben, was gegen die Affenthese sprechen würde. Nur hat man hier einen überlebenden Urzeitmenschen oder ein Tier vor sich?

1923 wurde im westlichen Sumatra angeblich ein junger Orang Pendek erlegt und in das zoologische Museum in Buitenzorg verbracht. Es handelte sich um ein etwa 40 Zentimeter großes Exemplar mit menschenähnlichen Gesichtszügen. Leider stellte sich dieser Fund als “Scherz” heraus. Die “Jäger” hatten einen jungen Affen rasiert, den Schwanz entfernt und die Eckzähne abgefeilt, um ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

Immer wieder fand und findet man auch unidentifizierbare Fußabdrücke auf Sumatra, Java und aus allen Teilen Südostasiens. Sie werden meist als “dreieckig” und ca. 15 cm lang und 10 cm breit beschrieben. Die Fährten sehen sehr menschenähnlich aus, auch wenn die große Zehe an der Außenseite sitzt. Jener Fuß, der zu diesen Trittsiegeln passt, müsste zwar schlank, aber dennoch nicht menschlich sein, rein von der Anatomie her. Der Fuß ist zu kurz, wenn man die Breite der Spuren mit einbezieht.

Aber zurück zu Deborah Martyr und nach 1995. Aufgrund der Spuren rund um das Camp und teilweise auch im Camp, hervorgerufen durch die “Diebeszüge” der Orang Pendeks, konnte sie 4 verschiedene Wesen identifizieren. Wie bei den Menschen unterscheiden sich auch hier die Fußspuren. Es gibt verschiedene Längen, Breiten und auch die Zehenform unterscheidet sich grundlegend. Interessant an den “Beutezügen” im Camp ist allerdings die Tatsache, dass noch nie gezielt nach verbliebenen Haaren gesucht wurde. Jeder Mensch und jedes Tier hinterlässt an einem “Tatort” seinen persönlichen Fingerabdruck. Ein einziges Haar, auch Fingerabdrücke an Gegenständen, könnten hier interessant werden. Mit der heutigen Technik könnte man anhand der DNA-Analyse sehr viel über dieses Wesen herausfinden. Warum hat man das Camp nicht gezielt nach solchen “Überbleibseln” abgesucht?

Den Einwand “Najaaa, das war doch schließlich 1995″ kann man hier nicht gelten lassen. Zu einer akribischen Forschung zählt vor allem das Sammeln sämtlicher Indizien, was hier anscheinend nicht geschehen ist. Man kann nirgends etwas über Kot, Haare oder Handabdrücke finden. Wobei hier vor allem die Abdrücke der Hände interessant wären. Ein Affe z.B. benutzt seine Daumen nicht - aber wie greift der Orang Pendek? Greift er mit dem Daumen, könnte es wirklich ein “Mensch” sein. Wenn die Orang Pendeks wirklich in das Camp eingedrungen sind und es sich nicht um normale Affen handelte, hat man hier sehr schlampig gearbeitet. Bloße Fußabdrücke sind als Beweis nicht ausreichend.

Anscheinend wurden auch Haare gefunden, nur wo? Leider ist das nicht dokumentiert und das wäre hier wichtig. Wurden die Haare auf einer Fährte oder im Camp gefunden? Oder fand man die Haare im Urwald, ohne jeglichen Beweis oder Bezug auf den Orang Pendek? Es wurden Fotofallen aufgestellt und man konnte viele bisher unbekannte, oder verschollen geglaubte, Tiere fotografieren. Nur der Orang Pendek war bisher zu schlau, um in eine dieser Fallen zu “tapsen”, was für seine Intelligenz spricht. Der Rest der Forschung besteht anscheinend nur noch aus der Suche nach dem Orang Pendek, wobei wieder nur die Fußspuren im Vordergrund stehen. Es ist auch mir klar, dass man die Spuren nicht bis zum Ende verfolgen kann, dennoch findet man an solchen Fährten oft Reste des Tieres (Menschen), von dem die Spur stammt. Hier sind wir wieder bei Haaren und Kot. Vor allem in den dichten Wäldern Sumatras müsste hier etwas zu finden sein. Der Orang Pendek wird immer wieder beschrieben, wie er sich mit seinen langen Armen einen Weg durch den dichten Wald bahnt. Kein Tier kann das Unterholz durchstreifen ohne einige Haare zu verlieren. Hier wäre es weitaus sinnvoller gewesen nach den Resten zu suchen, anstatt nicht nur zu versuchen das Tier zu fotografieren oder einzufangen. Mit all den hier zur Verfügung stehenden Mitteln wurde nichts angefangen und eine gute Chance hinter das Geheimnis des Pendek zu gelangen einfach vertan.

Orang Pendek (Künstlerentwurf)Was der Orang Pendek nun wirklich ist wird bis zu einem endgültigen Beweis (Foto, Fang) ein Rätsel bleiben. Ist es ein überlebender Homo erectus, ein Tier oder ganz etwas anderes? Wenn ja, um welches Tier handelt es sich? Eine unbekannte Affenart? Beim Thema Orang Pendek ist die Spekulation offen, wie bei seinem großen Verwandten, dem amerikanischen Bigfoot. Auch hier hat man bis heute keine eindeutigen Beweise finden können.

Eine traurige Tatsache ist allerdings, dass die Sichtungen seit ca. 50 Jahren immer mehr zurückgehen. Nur noch aus den entlegensten Winkeln der Nationalparks kommen ab und zu Sichtungsmeldungen. Offensichtlich wird der Orang Pendek durch zunehmenden Tourismus und die Abholzung der Regenwälder immer weiter in seinem natürlichen Lebensraum bedrängt. Stirbt der Orang Pendek aus bevor man ihn finden kann?

Die Insel Sumatra (Indischer Ozean)
Die Insel Sumatra (Indischer Ozean)

Autor: Martina Lohr

Eingetragen in Kategorie: Hominologie, Kryptozoologie, Wildmenschen

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