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Der Amphiptère

Seit jeher erzählt der Mensch von großen und furchteinflößenden Drachen in seinen Erzählungen, Sagen und Legenden. Wenn man alten Quellen vertrauen schenkt, dann wurde ganz Europa und Teile Nordafrikas ehemals von unzähligen Drachen bevölkert, die sich in mehrere Arten aufteilten. Aber nicht nur in alten Sagen und Legenden existierten diese furchteinflößenden Wesen. Soweit man die Geschichtsschreibung zurückverfolgen kann, lebten Drachen in allen Gebieten Europas, darunter auch viele detaillierte Berichte von angesehenen Personen. Aus vorchristlicher Zeit bis hinein ins späte 17. Jahrhundert haben immer wieder fahrende Ritter, Priester, Mönche, Geschichtsschreiber und Naturforscher über solche Wesen berichtet. Betrachtet man einmal die Geschichte der Landbesiedlung in Europa, so wird man zwangsläufig feststellen, das man fast überall erst die das Land bewohnenden Drachen vertreiben musste, bevor man das Land in Besitz nehmen konnte. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, das viele Orte in Europa nach Drachen benannt wurden. Je weiter sich die Menschen ausbreiteten, desto mehr wurden die Drachen getötet und verdrängt. Letztendlich scheinen die letzten Drachen im späten 17. Jahrhundert durch die Menschen vernichtet worden zu sein, schenkt man den Legenden glauben.

Mittelalterliche Darstellung eines AmphiptèreEine der beschriebenen Drachenarten war der Amphiptère, welcher vornehmlich in Nordafrika vorkam, jedoch auch gelegentlich in Südeuropa und sehr selten auch weiter nördlich bis hinauf nach England anzutreffen war. Der Amphiptère wird als schlangenähnlich beschrieben und führte ein wohl amphibisches Leben in Flüssen und Seen, wo er oftmals am Ufer liegend anzutreffen war.

Besonders häufig war der Amphiptère am Nil und in Arabien verbreitet, von wo es etliche Berichte über Begegnungen gab. Oftmals kam es zu Begegnungen mit einem Amphiptère in der Nähe von weihrauchtragenden Bäumen, wo diese Menschen angriffen, die das kostbare Harz ernten wollten. In einigen Berichten wird sogar beschrieben, wie der Amphiptère diese Bäume regelrecht bewacht. Einige Menschen gingen sogar davon aus, dass die Eier des Amphiptère in der Nähe solcher Bäume vergraben lagen. Jedoch kamen nur selten Menschen durch einen Amphiptère zu Schaden, dieser nahm vornehmlich nur eine drohende Haltung ein und versuchte die Menschen zu vertreiben. Jedoch konnte dieser Drache auch erheblich zubeißen und schwere und teilweise tödliche Wunden reißen.

Vom Aussehen her wird der Amphiptère als beinlose Schlange beschrieben, welche auf dem Rücken ein paar starke Flügel trägt. Der Körper selbst ist massig, jedoch dem einer Schlange nicht unähnlich. Die Größenangaben sind nicht genau definierbar, liegen jedoch im Schnitt zwischen 2 und 5 Metern Körperlänge, in einigen Berichten aber auch bis zu 15 Metern.

In Italien und Spanien sagte man diesem Drachen nach, er verbringe die meiste Zeit des Tages im Wasser von Flüssen und Seen und käme nur gelegentlich ans Ufer. Dieser Drache war für Menschen weniger gefährlich, dafür wurde ihm nachgesagt, er fresse Schafe und Ziegen. Aber auch Schweine, Wildschweine, Rehe und Hirsche standen auf seinem Speiseplan. Die bevorzugte Jagdmethode bestand laut vielen Berichten aber darin, dass sich der Amphiptère auf Bäumen niederließ und dort wartete bis eine potentielle Beute in die Nähe des Baumes kam. War die Beute nahe genug, dann stürzte sich der Amphiptère im Gleitflug mit seinen großen Flügeln auf das überraschte Tier.

Auffallende Übereinstimmung in den Berichten über den Amphiptère liegt auch in jenem Punkt, dass dieser, ähnlich wie Krokodile oder andere Echsen und Schlangen, sich am Ufer in der Sonne aufhielt und sich offensichtlich aufwärmte. Kam ein Mensch in seine Nähe, reagierte der Drache jedoch nicht gerade scheu und ging mit lautem Fauchen in Drohhaltung. Entfernte man sich nicht schnell genug, dann griff er auch an.

Der Amphiptère ist in einigen Gebieten aber auch als “Fliegende Schlange”, “Jaculus” oder auch als “Javelin Schlange” bekannt. Auch in Zentralamerika gibt es ein vergleichbares Wesen, welches dort sogar den Status eines Gottes besitzt, der “Quetzalcoatl”.

Einer der letzten Sichtungsberichte eines Amphiptère stammt aus England, wo dieser im Jahre 1669 in der Nähe der Stadt Henham in Essex gesichtet wurde. Der Amphiptère lebte dort einige Monate in der Gegend und wurde häufiger gesehen, richtete aber kaum irgendwelchen Schaden an und wurde eher als furchteinflößende Schlange von etwa 9 Fuß Länge (etwa 3 Meter) beschrieben. Nach einigen Monaten verschwand der Amphiptère aus der Gegend und wurde nicht mehr gesehen.

Wie die meisten Drachen in den Sagen und Legenden wurde auch der Amphiptère von jeher stark gejagt, da die Menschen diesen als gefährlich und furchteinflößend empfanden. Wo auch immer sich der Mensch ausbreitete, mussten die Drachen weichen. Es gibt einige Hinweise darauf, dass der Amphiptère eines jener Wesen sein könnte, die letztendlich vom Menschen ausgerottet wurden. Zumindest unsere Vorfahren glaubten fest an die Existenz dieser Kreaturen, auch wenn es keinen wissenschaftlichen Beweis mehr für deren Existenz geben sollte.

Soweit zumindest die Zusammenfassung aus der Mythologie und den Legenden. Der Amphiptère ist jedoch von vielen Drachenlegenden für die Mythologische Kryptozoologie von großem Interesse, liefern doch die alten Beschreibungen ein interessantes Bild, welches sich auf etliche Reptilien anwenden lässt. So gehen die Theorien dahingehend, das man aus Nordafrika und Asien in frühen Zeiten Überlieferungen von Begegnungen mit Kobras und Krokodilen mitbrachte und sich diese in den Legenden des Amphiptère wiederspiegeln, denn das beschriebene Verhalten deutet darauf. Zumal es bereits seit der Antike einen regen Verkehr zwischen Nordafrika und Europa gab. Die Römer brachten zudem viele exotische Tiere aus Afrika als Trophäen nach Zentraleuropa. Es wäre hier auch durchaus denkbar, das etliche dieser Tiere auf den Transportwegen entkamen und in der unwissenden Bevölkerung mit den Drachenlegenden in Verbindung gebracht wurden.

Das es im späten Mittelalter noch Beschreibungen des Amphiptère aus England gab, ist somit auch nicht wirklich verwunderlich - sammelten doch die Herrscher Europas zu allen Zeiten gerne exotische Tiere, von denen wohl auch einige in die Freiheit gelangten. Betrachtet man sich zudem die Klimaentwicklung im Mittelalter, wo das Klima wärmer war als heute und selbst in Grönland Landwirtschaft möglich war, so hatten exotische Großschlangen auch in England sehr gute Überlebenschancen.

So entstanden - zumindest in der Theorie - durch die Vermengung alter Drachenlegenden in Verbindung mit Begegnungen und Beschreibungen von real existierenden Reptilien in ganz Europa die Legenden um den Amphiptère.

Autor: Michael Schneider

Künstlerische Darstellung eines Amphiptère

Siehe auch: Der Fährtenleser 2, Seite 23

Eingetragen in Kategorie: Drachen, Fabelwesen, Mythologie, Reptilien

Der Mythos vom Godzilla

Godzilla

Godzilla  (Photo: Toho-Studios)Die Erde erbebt unter mächtigen Schritten, Menschen fliehen in wilder Panik und ganze Städte werden dem Erdboden gleichgemacht. Dies alles geschieht durch ein gewaltiges Ungetüm, welches wie eine postapokalyptische Vision eines Tyrannosaurus aussieht und dessen Ausmaße gewaltig sind. Der Name dieses Ungetüms: GODZILLA

Wohl jeder hat schon einmal von diesem japanischen Filmmonster gehört oder kennt mindestens einen Film des erfolgreichsten Filmmonsters aller Zeiten. Mit weit mehr als 20 japanischen Produktionen und einer amerikanischen Version von Erfolgsregisseur Roland Emmerich bricht somit Godzilla alle Rekorde in der Zahl der Auftritte als reines Monster. Das Godzilla ein Filmmonster ist, steht wohl außer Frage. Jedoch ist um dieses Monster eine Legende entstanden, welche auf einen wahren Kern hinter Godzilla hinweist. Hierzu sollte man erwähnen, das Godzilla im Grunde genommen nur eine Interpretation seines japanischen Namens ist, welche sich beim Import des Films für das amerikanische Publikum eingebürgert hat, da man den Originalnamen nicht für einprägsam und zu schwierig hielt. So wurde aus dem japanischen Original “Gojira” kurzerhand der in westlicher Welt verbreitete Name “Godzilla”.

Dieses Monster war so erfolgreich, das schon bald erste Legenden um die Herkunft des Monsters entstanden, so dass dieses einen festen Platz in der Legendenwelt erhielt. Im Internet und einigen anderen Veröffentlichungen findet man so z.B. die Geschichte, dass der Godzilla im Film auf einer wahren Gestalt beruhen soll, vor welcher japanische Fischer seit Jahrhunderten Angst haben. Dieser “Gojira” soll ein gewaltiges Ungeheuer aus den Tiefen der Meere sein, welches Fischerboote angreift und diese mitsamt der Besatzung in die Tiefe zieht.

Das sich diese Legende verbreitete ist auch nicht weiter verwunderlich, da dies in etwa die Grundgeschichte hinter den Godzilla-Filmen darstellt und dies auch Ansatzweise in den Filmen behauptet wird. Dieser “Ur-Godzilla”, jenes bösartige Meereswesen “Gojira”, war demnach der Namensgeber für das durch radioaktive Verstrahlung entstandene Monster.

Doch was steckt tatsächlich hinter der Legende des Filmmonsters Godzilla? Um dies zu erörtern, werfen wir einen Blick auf die tatsächliche Entstehungsgeschichte von Godzilla.

Im Jahr 1954, knapp neun Jahre nach Hiroshima und Nagasaki, wurde Japan ein zweites Mal mit dem nuklearen Albtraum konfrontiert: Das japanische Fischerboot “Fukuryu Maru” (Der glückliche Drache) kam damals während einer Fangfahrt vom Kurs ab und verirrte sich in die Nähe des Bikini-Atolls im Pazifik, wo gerade die berüchtigten Bravo-Atombombentests des amerikanischen Militärs stattfanden. Einige Tage später kehrten die Fischer in ihre Heimat Japan zurück und wiesen mysteriöse Krankheitssymptome auf. Einer der Fischer starb kurz nach der Einweisung in ein Krankenhaus auf qualvolle Art und Weise.

Während die westlichen Medien diesen Vorfall fast gänzlich verschwiegen, sorge der “Fukuryu Maru-Vorfall” in Japan für eine regelrechte Massenhysterie. Die japanische Presse sprach vom “zweiten Atombombenangriff in der Geschichte der Menschheit” und schürte somit den alten und tiefen Hass auf die Amerikaner wieder an. Schließlich verbot die japanische Regierung die Auslieferung aller in diesem Gebiet gefangenen Fische. Mit Recht befürchte das Gesundheitsministerium, dass alle Meerestiere aus diesem Testgebiet hochgradig radioaktiv verseucht sein könnten.

Der Filmproduzent Tomoyuki Tanaka erkannte als erster das gewaltige kommerzielle Potential dieser dramatischen Ereignisse. Er schlug den als äußerst flexibel geltenden TOHO-Studios vor, eine gruselige Katastrophengeschichte zu entwickeln, welche auf diesem Vorfall basieren sollte. Tanaka schwebte eine Produktion vor, welche Elemente aus dem legendären Abenteuerfilm “20.000 Meilen unter dem Meer” und dem Monster-Spektakel von Ray Harryhausen “Panik in New York” enthielt, welche im Jahr zuvor in Amerika die Kinokassen kräftigen klingeln liessen. Die TOHO-Bosse waren von der Idee begeistert und gaben grünes Licht für diese Produktion. Tanakas Titelvorschlag für den Film lautete “The giant Monster from 20.000 Miles under the Sea”, angelehnt an die beiden Produktionen, welche ihm als Vorlage vorschwebten. Für eine erste Fassung der Geschichte engagierte Tanaka den Science Fiction-Autoren Shigeru Kayama, welcher innerhalb weniger Tage eine Geschichte mit dem kurzen Titel “G” (”G” für “Giant” = der “Riese”) ablieferte. Der Anfangs geplante Regisseur Senkichi Taniguchi weigerte sich jedoch, diesen Film zu drehen. Durch Zufall stellte sich zu dieser Zeit der Regie-Newcomer Inoshira Honda bei TOHO vor und war von dem Konzept begeistert. Er hatte große Pläne mit der “G”-Idee und somit schlug die Geburtsstunde des späteren Monsters.

Honda arbeitete sofort mit dem Autoren Takeo Murata an einer Drehbuchfassung der Geschichte um “G”. Nach einigen Tagen standen dann endlich inhaltliche Eckpfeiler für den Film fest, welche Honda schließlich auch in seinen Film einbaute. Ein gigantisches Monster wird durch radioaktive Bestrahlung erweckt und greift die Millionenstadt Tokio an. Der Name für das Monster wurde auch recht schnell gefunden, aber nicht, wie man später gerne aufführte, aus einer alten Legende der Fischer, sondern ganz willkürlich. Ein etwas dickerer Mitarbeiter der Marketing-Abteilung der TOHO-Studios wurde von seinen Mitarbeitern boshafterweise “Gojira” genannt, ein Wortspiel aus den japanischen Worten für “Gorilla” und “Wal”. Honda gefiel diese Bezeichnung so gut, das er sich entschloss, sein Filmmonster ebenso zu benennen.

Die Dreharbeiten zogen sich sehr zum Ärger der TOHO-Bosse in die Länge, was natürlich mit erheblichen Kosten verbunden war. Um etwas Geld in die Kasse zu bekommen, produzierten diese nebenbei, ohne Hondas Einverständnis, eine Serie aus 5 Hörspielen für das Radio mit “Gojira”. Als Hondas Film endlich fertiggestellt war, hatte dieser durch die Hörspiele bereits eine sehr große Fangemeinde. Trotzdem war die Produktion für das Studio ein extremes Wagnis, denn immerhin spielte der Film ja auch direkt auf die Zerstörung der Städte Hiroshima und Nagasaki durch Kernwaffen an, was bis zu diesem Zeitpunkt in Japan ein absolutes Tabu-Thema war. Das Wagnis zahlte sich jedoch aus, und Godzilla, wie man ihn im Ausland nannte, wurde zum zweiterfolgreichsten japanischen Film aller Zeiten, nur Kurosawas Meisterwerk “Die sieben Samurai” spielte mehr Geld ein.

Die Legende um Godzilla entstand im Laufe der Jahre, als immer mehr Nachfolger dieses Klassikers gedreht wurden. Somit ist Godzilla nichts weiter als ein modernes Fabelwesen. Jedoch sollte man erwähnen, dass es nicht gänzlich auszuschließen ist, dass sich eines Tages wirklich durch radioaktive Mutationen gefährliche Wesen entwickeln können. Dies wären dann allerdings real existierende Erben von Godzilla - dem japanischen Ungetüm.

Godzilla’s Angriff auf Tokio  (Bild: Toho Studios)

Quellen: Gernot Gricksch, GODZILLA, Heyne-Verlag, München 1998

Autor: Michael Schneider

Eingetragen in Kategorie: Drachen, Film, Mythologie, Reptilien

Drachen in der Neuzeit

Im Mai 1931 schrieb Huang Won-hih, Ex-Vorsteher der Hankan-Generalhandelskammer, an eine chinesische Zeitung, dass er einen riesigen, gehörnten und mit Schuppen versehenen Drachen bei Kiangsi im Fluss Kan gesichtet habe. In den folgenden Wochen wurde Kiangsi von einer verheerenden Überschwemmung heimgesucht. Dies sei kein Zufall, beteuerte Herr Huang und fragte, ob es wohl nicht angebracht wäre, dem Drachen zur Beschwichtigung ein passendes Opfer darzubieten, so wie man vor 2000 Jahren dem Flussgott Ho Po jährlich das schönste Mädchen als Konkubine zu schicken pflegte.

Auch das Eindringen kommunistischer Freischärler in Kiangsi brachte der pensionierte Handelskammervorsteher mit dem plötzlichen Erscheinen des Drachens in Zusammenhang. Für die damaligen Zeitungsleser war das beim morgendlichen Tee kein Grund zum Schmunzeln: In China nahm man eine solche Nachricht sehr ernst.

In einer Umfrage aus dem Jahr 1950 bestätigten 82 Prozent der Befragten – sie stammten aus allen gesellschaftlichen Klassen Chinas – ihren Glauben an die Feuer speienden Geschöpfe. Ein Lehrer aus Tientsien erzählte einem Interviewer, wie er in Gegenwart von anderen einst einen toten Drachen an einem Flussufer in Schantung gefunden habe.

Ein Professor aus Nanking berichtete, er habe als Knabe einen verletzten Drachen gesehen. Ein Beamter aus Peking sei bei einer Bootsfahrt auf dem Jangtsekiang sogar dreien von ihnen begegnet.

Doch nicht nur in China gab es in der Neuzeit Berichte über leibhaftige Drachen. Indianer aus verschiedenen Gegenden in den USA und Kanada erzählten im 19. Jahrhundert immer wieder von Drachen, die aus den Fluten tiefer Seen auftauchten. Solche Sichtungen gab es unter anderen am Okanagan-See in British Columbia, am Payette-See in Idaho, am Folsom-See in Kalifornien und am Champlain-See in Vermont.

In Europa war die Existenz von Drachen vor 400 Jahren so unbestritten, dass der englische Naturforscher Edward Topsell 1608 in seinem Buch »Geschichte der vierbeinigen Tiere« den Drachen ganz selbstverständlich zu den Vierfüßern dieser Welt zählte und besonders dessen »beachtliches Sehvermögen« hervorhob.

Im Dorf Henham im englischen Essex erschien am 27. Mai 1669 ein fliegendes schlangenartiges Wesen aus dem Wald und versetzte die Bevölkerung in Panik. Man verjagte den unerwünschten Besucher, indem man mit Steinen nach ihm warf. Der Schrecken saß den Dörflern tief in den Knochen: Noch heute feiern die Leute in Henham jährlich die Vertreibung dieses geheimnisvollen Drachens.

Im Kongo soll es einen Saurier geben, Mokele-Mbembe genannt, der seit 200 Jahren regelmäßig in der sumpfigen Likouala-Region gesichtet wird, von Eingeborenen und Europäern. Augenzeugen beschreiben Mokele-Mbembe als elefantenähnlich mit langem Hals und kleinem Kopf. Der Schwanz messe etwa drei Meter, und die vier großen Beine seien jeweils mit drei Krallen versehen. Seine gesamte Länge betrage neun Meter. Im Jahre 1980/81 machte sich eine Forschergruppe unter Leitung des amerikanischen Biochemikers Roy Mackal auf die Suche nach dem Untier, fand aber nichts. Dagegen behauptete ein japanisches Filmteam 1992, Luftaufnahmen von dem geheimnisvollen Wesen gemacht zu haben. Leider war die Qualität der Bilder sehr schlecht.

Das sind nur einige wenige von vielen Berichten über die Existenz von drachenähnlichen Geschöpfen, die in den letzten Jahrhunderten an verschiedenen Orten unserer Erde kursierten. Auch »Nessie«, das Ungeheuer vom Loch Ness, zählt zu ihnen. Mal erscheinen sie als geflügelte Vier- oder Zweibeiner, mal als große Schlangen, mal sind es feuerspuckende Drachen wie aus einem Bilderbuch, mit panzerartigen Schuppen bedeckt.

Hin und wieder tauchen sie als Geschöpfe auf, die den Dinosauriern ähneln, wie der oben erwähnte Mokele-Mbembe. Eines haben sie aber fast immer gemeinsam: Es handelt sich beinahe ausnahmslos um Reptilien.

Autor: Erik Bühringer

Eingetragen in Kategorie: Drachen, Fabelwesen, Mythologie