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Der schlaue Hans

Wilhelm von Osten mit seinem Pferd Hans  (Photo: Archiv des VKF)Obwohl immer wieder Beispiele von menschenähnlicher Intelligenz bei Tieren bekannt werden, steht der überwiegende Teil der Wissenschaftler derartigen Berichten skeptisch gegenüber. Ihrer Meinung nach lassen sich für solche Demonstrationen tierischer Intelligenz in den meisten Fällen andere Erklärungen finden. Ein schlagendes Beispiel hierfür ist der Fall des schlauen Hans, dem sogenannten Wunderpferd von Berlin, welches 1904 wegen seiner fast menschlich anmutenden Intelligenz berühmt war.

Wenn sein Besitzer, der Mathematiker Wilhelm von Osten, eine einfache Rechenaufgabe an die Tafel schrieb, stampfte Hans mit seinem Huf die Lösung. Auf die Frage “5+4=?” antwortete Hans mit neunmaligen Stampfen. Mit einem Code, bei dem Zahlen durch Buchstaben ersetzt wurden, konnte Hans auch einfache Wörter buchstabieren. Von Osten war ungeheuer stolz auf sein Pferd und lud häufig Wissenschaftler auf seinen Bauernhof ein, um ihnen die Intelligenz seines Pferdes zu demonstrieren.

Eines Tages fiel zwei Professoren der Berliner Universität auf, das Hans nur Fragen beantworten konnte, wenn sein Herr in Sichtweite stand. Durch Beobachtung der Körpersprache des Mathematikers fanden die Professoren des Rätsels Lösung. Sobald Hans mit seinem Huf stampfte, wurde von Osten so nervös, dass er sogar die Luft anhielt. Hatte sein Pferd dann die richtige Zahl erreicht, ließ von Osten kaum sichtbare Zeichen der Entspannung erkennen und seine Atmung normalisierte sich wieder.

Unglaublich, aber wahr: Das Pferd hatte von sich aus gelernt, so oft auf den Boden zu stampfen, bis sein Herr erleichtert aufatmete. Obwohl von Osten sich kaum bewegte, gab er dennoch Hans unbewußt zu verstehen, dass es nun an der Zeit sei, mit dem Stampfen aufzuhören. Auf diese Art und Weise hatte sich das Pferd mit seinem Herr zu einem guten Team eingespielt.

Autor: Nadine Schneider

Eingetragen in Kategorie: Kurioses, Verhalten

Expedition Tatzelwurm 2006

Tatzelwurm-Logo  (Entwurf: Markus Bühler)Der Verein für kryptozoologische Forschungen veranstaltete im Zeitraum vom 24. Juli bis einschließlich zum 30. Juli 2006 eine kleine Forschungsreise auf den Spuren des Tatzelwurms im Grenzgebiet der deutsch-österreichischen Alpen. Auf dieser Seite finden Sie eine kurze Zusammenfassung dieser Forschungsreise.

Wie kommt man auf die Idee, eine Reise auf den Spuren eines Wesens durchzuführen, welches aus dem Bereich der Fabeln und Legenden zu stammen scheint? Als einfachste Erklärung hierfür wäre z.B. die Neugier zu nennen, was sich hinter all jenen Geschichten verbirgt, die sich um den legendären Tatzelwurm, in diesem Fall dem alpinen Tatzelwurm, ranken. Von den vielen regionalen und lokalen Legenden um den Tatzelwurm haben wir uns jedoch für den Tatzelwurm der Alpen entschieden, da selbst aus neuerer Zeit immer wieder Berichte über Sichtungen vorkamen. Vor allem eine Mail einer Leserin gab bereits im Jahr 2004 den Anstoß, sich intensiver auf ein solches Vorhaben vorzubereiten. Mitte des Jahres 2005 ergab sich dann schließlich die Gelegenheit, in dieser Richtung ein Projekt vorzubereiten, was nicht zuletzt auf den Zuspruch einiger Mitglieder des Vereins zurückzuführen war, welche sich ebenfalls für den Tatzelwurm als den Kandidaten einer Untersuchung interessierten. So kam es, das wir für die Mitte des Jahres 2006 die Tour planten, wobei der Termin durch die Ferienzeiten in Deutschland mitbestimmt wurde, was einigen teilnehmenden Mitgliedern entgegen kam.

Nachdem der Termin nach einigen Vorplanungen endlich festgelegt war, boten wir interessierten Personen die Teilnahme an dieser Forschungsreise an, um auch diesen die Gelegenheit zu geben, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Womit wir nicht gerechnet hatten war jedoch ein wahrer Ansturm an Anmeldungen, was wohl auch am Interesse der Medien lag, wobei hier besonders die Webseite der Paranews und Freenet zu nennen wären, welche die Ankündigung der Forschungsreise innerhalb kürzester Zeit verbreiteten. Weitere Webseiten und auch einige kleinere Zeitungen und Magazine übernahmen ebenfalls die Ankündigung. So geschah es, das wir innerhalb weniger Tage einen Ansturm an Teilnehmern zu verzeichnen hatten. Um hier jedoch die Übersicht nicht zu verlieren, sahen wir uns gezwungen, die Teilnehmerzahl auf maximal 25 Personen zu beschränken, welche aufgrund der Anmeldereihenfolge, Zugehörigkeit zum Verein und Alter der Teilnehmer ausgewählt wurden. Hierbei wurde das Mindestalter auf 18 Jahre beschränkt und nach oben hin, je nach körperlicher Verfassung, offen gelassen. Wie sich während der Reise zeigen sollte, war die körperliche Verfassung ein wichtiger Punkt der Auswahlkriterien.

Während der Vorbereitungszeit suchte Michael Schneider und einige weitere Personen eine Unmenge an Material über den alpinen Tatzelwurm zusammen, um die Reiseroute besser bestimmen zu können. Hierbei möchten wir besonders Frau Marion Steirer danken, welche uns bei der Vorbereitung sehr hilfreich war. Leider konnte Frau Steirer nicht persönlich an der Reise teilnehmen, da diese durch ihre Kinder verhindert war.

Durch die Fülle an Material und den kurzen Zeitrahmen der Tour, mussten etliche vielversprechende Ziele ausgelassen werden. Alleine in der Vorbereitungszeit und durch die öffentliche Verbreitung der Ankündigung, trafen zudem eine große Anzahl an E-Mails und Briefen ein, in denen es um Beschreibungen und Sichtungen des Tatzelwurmes ging. Alleine aus diesem Material ergibt sich eine Fülle an weiteren Forschungsansätzen auf dem Gebiet, auf welche wir in Zukunft zurückkommen werden, welche jedoch einfach zu viel für die geplante Forschungsreise waren.

So begann also dieses Projekt, welches für die Beteiligten am 24.07.2006 startete. Es waren 25 Teilnehmer angemeldet, wovon sich die erste Gruppe aus dem nördlichen Bereich gegen 6.00 Uhr am Morgen im Hauptbahnhof von Frankfurt am Main traf. Von dort aus ging es mit der Bahn nach München, wo wir die südliche Gruppe der Teilnehmer gegen 13.00 Uhr treffen sollten.

Während der Bahnfahrt von Frankfurt nach München kam es bereits zu einigen angeregten Diskussionen über den Tatzelwurm, so z.B. auch diverse Vermutungen über dessen Herkunft und natürlich über die Hintergründe. So war man in der Runde durchaus der Meinung, dass der Tatzelwurm ein reales Wesen sei, wobei die allgemeine Meinung dazu hinging, dass dieser jedoch mittlerweile ausgestorben sei, was am Tourismus in den Alpen liegen würde. Offensichtlich haben sich etliche Teilnehmer vorab mit den Veröffentlichungen von Michael Schneider zum Tatzelwurm vertraut gemacht, wo diese These angeschnitten wird.

In München angekommen nahmen wir am Bahnhof ein Mittagessen ein und warteten auf die Zusammenkunft der letzten Teilnehmer. Hier stellte sich dann heraus, das von den 25 Teilnehmern nur 22 auch anwesend waren. Wo hatten wir 3 Teilnehmer verloren oder vergessen? Offensichtlich waren diese 3 nicht zu den angekündigten Treffpunkten erschienen. Da unser Zeitplan mit den Anschlussverbindungen vorgegeben war, mussten wir ohne diese 3 Teilnehmer unsere Reise fortsetzen. Von München aus führte uns die Reise nach Garmisch-Partenkirchen, unserem Ausgangspunkt am Fuße der Alpen.

Michael Schneider auf SpurensucheEs war nun bereits später Nachmittag, als wir unseren Weg in Garmisch-Partenkirchen aufnahmen. Von hier aus ging es vorerst im zügigen Marschtempo in südöstlicher Richtung voran, immer den Bergen entgegen. Während dieser Wanderung hatten wir die Gelegenheit einen ersten Eindruck der Landschaft zu gewinnen. Vor uns lagen wunderschöne Bergwälder an den Hängen und große Ebenen aus nicht mehr ganz so grünem, aber dennoch wunderbar anzuschauendem, Gras, welches in der prallen Sonne dieser Tage eine leicht bräunlich-grüne Färbung angenommen hatte. Dazu im Hintergrund das Panorama der majestätischen Berge, allen voran die Zugspitze, welche sich in westlicher Richtung am Horizont abhob.

Die Hitze machte nicht nur dem Gras zu schaffen, auch den Teilnehmern wurde etliches abverlangt, vor allem im bergigen Gelände, da wir uns etwas abseits der Alpenstraße befanden. Dazu kam noch das Gepäck im Rucksack der Teilnehmer, welches im Schnitt etwa 20 Kilo wog. Hier zeigte sich, dass die Vorplanung mit der Auswahl nach körperlicher Verfassung eine gute Entscheidung war. Personen mit Kreislauf- oder Gelenkproblemen wären bei dieser Belastung wohl zusammen gebrochen. Immerhin zeigte das Thermometer eine Temperatur von über 30°C an. Nach etwas mehr als 4 Stunden strammen Marsches suchten wir uns schließlich einen geeigneten Platz für unser Nachtlager und schlugen die Zelte auf. In der Abenddämmerung entfachten wir ein kleines Lagerfeuer und versammelten uns alle im Kreise darum, um über die verschiedensten Dinge zu reden, bis etwa gegen Mitternacht auch die letzten Teilnehmer in ihren Zelten verschwunden waren.

Der nächste Morgen bot für einige von uns eine große Überraschung, als wir ein wenig von unserem Lager entfernt mehrere kapitale Hirsche sahen, die sich von unserer Anwesenheit offensichtlich nicht belästigt fühlten. Michael Schneider und zwei weitere Teilnehmer pirschten sich vorsichtig näher heran, um ein paar Aufnahmen dieser majestätischen Tiere zu erhalten.

Nachdem das Nachtlager abgeschlagen war, setzten wir unseren Weg fort, um am Vormittag die Gemeinde Mittenwald zu erreichen. Eine gute Gelegenheit um die Vorräte für die kommenden 3 Tage zu ergänzen und sich im Rathaus und bei öffentlichen Stellen ein wenig umzuhören. Unterwegs trafen wir auf einen alten Bauern auf seinem Feld, welcher uns eine schöne Geschichte erzählte, wie er als junger Mann in den 1960er Jahren oben im Wettersteingebirge einen großen Tatzelwurm sah. Er beschrieb den Tatzelwurm als etwa 60 cm lange Eidechse, welche in dunkler Farbe in der Sonne schimmerte. Weiterhin gab er uns den Hinweis, wir sollen den Bergbächen folgen, da man wahrscheinlich die besten Chancen hätte, dort einen Tatzelwurm zu sehen, wenn er sich auf den Steinen entlang der Bäche zum Sonnenbad niederlässt.

Bei einigen anderen Personen löste unser Ansinnen nach dem Tatzelwurm eine gewisse Belustigung aus, dennoch konnte man uns weiterhelfen und uns letztendlich einige Stellen im nahegelegenen Leutaschtal nennen, wo man von Tatzelwurmbegegnungen gehört hatte. Ein sich wohl besonders lustig vorkommender Bäcker wollte uns übrigens noch verraten, wie man am Besten einen Wolpertinger fängt, was wiederum zur allgemeinen Belustigung innerhalb unserer Reisegruppe führte. Dafür machte er aber auch mit uns ein gutes Geschäft, als wir im Laden so einiges an Vorräten mitnahmen.

So machten wir uns am frühen Nachmittag auf den weiteren Weg, um schließlich die Grenze nach Österreich zu passieren und in das Leutaschtal zu gelangen. Unterwegs unterhielten wir uns noch mit mehreren Anwohnern, welche zumeist Bauern bei der Arbeit waren, und man konnte uns tatsächlich noch einige Geschichten über Tatzelwürmer erzählen. Wenn man den Geschichten näheren glauben schenken will, so muss es ehemals eine wirklich große Population an Tatzelwürmern gegeben haben, wenn denn alle Erzählungen auf wahren Begebenheiten beruhen. Interessant fanden wir vor allem, das gerade viele ältere Menschen etliches zum Tatzelwurm zu erzählen hatten, während die jüngere Generation kaum noch etwas über diesen wusste.

Während unseres Weges hielten wir ständig Ausschau nach Plätzen, welche für das Versteck einer großen Eidechsenart als geeignet erschienen, denn letztendlich wird der Tatzelwurm zumeist als Eidechse beschreiben, welche nur zwei ausgebildete Vorderbeine und keine, bzw. nur rudimentäre Hinterbeine besitzt.

Verbirgt sich der Tatzelwurm in diesem unwegsamen Gelände?Die Landschaft ist geprägt von lichten bis teilweise dichten Waldstücken und großen freien Flächen mit teilweise recht üppiger Vegetation. Etwas weiter oben findet man dann auch große felsige Abschnitte mit wenig Pflanzenbewuchs. Nun stellte sich die Frage, was würde ein Tatzelwurm bevorzugen? Normale Eidechsen konnten wir in allen Bereichen finden, wobei wir unsere Suche auf alle möglichen Landschaftsformen ausrichteten. Nach Angaben einiger Personen soll man an Bergbächen und an Waldrändern besonders aufpassen, da dies offensichtlich die bevorzugten Gebiete sind, wo sich ein Tatzelwurm aufzuhalten pflegt.

Am Abend schlugen wir wieder unser Zeltlager auf, um den nächsten Tag in neuer Frische anzugehen. Und dieser Tag sollte eine ziemliche Anstrengung werden. Am Morgen teilten wir nach der Karte die Bereiche ein, welche wir ansteuern wollten, um dort einen intensiveren Blick schweifen zu lassen. Dies erwies sich allerdings bei so manchem Streckenabschnitt als mühsame Kletterei, welche enorm an den Kräften zehrte. Die strahlende Sonne tat ihr übriges dazu. Letztendlich konnten wir an diesem Tag ein paar wunderbare Landschaftsimpressionen genießen und auch einige Tiere beobachten, aber wie erwartet fanden wir vom gesuchten Tatzelwurm keine Spur, auch wenn einige Teilnehmer darauf gehofft hatten. Erst in der Abenddämmerung begaben wir uns schließlich zu unserem Lager zurück.

Was hatte die junge Frau in der Nacht bei diesem Farn gesehen?Der kommende Tag führte uns quer über die Hügel in Richtung der Gemeinde Telfs. Auch diesmal suchten wir während des Weges nach geeigneten Plätzen und Spuren. Unterwegs fanden wir auch wieder einige Personen, welche uns Geschichten und Erlebnisse zum Tatzelwurm erzählen konnten. Am Nachmittag erreichten wir Telfs. Von dort führte uns unser Weg in Richtung Seefeld, wobei wir die Wegerichtung durch die Höhenzüge wählten, um möglichst weitab der Siedlungen ruhige Naturlandschaften für unsere Beobachtungen während der Wanderung vorzufinden. Am Abend schlugen wir unser Lager dicht am Waldrand auf und verzichteten wegen der Trockenheit auf ein Lagerfeuer. Dennoch saßen wir alle beisammen und diskutierten über die verschiedenen Aspekte und Geschichten, welche wir in den vergangenen Tagen zusammentragen konnten.

Während der Nacht ertönte plötzlich ein Schrei durch die Dunkelheit, welcher wohl alle Teilnehmer aus dem Schlaf gerissen hatte, denn immerhin war es 2.40 Uhr mitten in der Nacht. Der Schrei stammte von einer der Teilnehmerinnen, welche zum Austreten das Zelt verlassen hatte und etwas abseits des Lagers ihre Notdurft verrichten wollte. Sofort stürmten Michael Schneider und weitere Personen in die Richtung, aus welcher der Schrei kam. Die junge Frau stand kerzengerade da und wollte sich nicht rühren. Auf die Frage, was passiert sei, sagte sie, dass dort vorne ein großes Etwas im Unterholz verschwunden sei. Laut ihrer Aussage war es weder ein Wildschwein, ein Fuchs oder gar ein Hund, sondern etwas langes, das sich blitzschnell über den Boden bewegt habe. Umgehend wurde eine Suche mit Taschenlampen im Umkreis von der Begegnung durchgeführt, ohne jedoch die geringste Spur zu finden. An einen weiteren Schlaf war in dieser Nacht nicht mehr zu denken, da die Suchaktion bis weit nach dem Morgengrauen andauerte.

Nach dem ausgiebigen Frühstück mit angeregter Diskussion, um was es sich bei dem Erlebnis der letzten Nacht gehandelt haben könnte, wurde das Lager abgeschlagen und wir setzten unseren Weg nach Seefeld fort.

Lebt der Tatzelwurm irgendwo in diesen Bergwäldern?In Seefeld genehmigten sich alle Teilnehmer ein ausgiebiges Mittagessen in einer Gaststätte, hatten doch die Strapazen der letzten Tage ihre Spuren an allen Teilnehmern hinterlassen. Nach der vorzüglichen Mahlzeit, es war bereits 14.00 Uhr, besorgten wir noch ein wenig Ersatz an Verpflegung und setzen unseren Weg in Richtung der 2334 Meter hohen Hafelekarspitze fort. Natürlich war unser Ziel nicht die Besteigung des Berges, sondern die Höhenrücken und Talsohlen um den Berg herum. Also ging es im strammen Marsch weiter, immer in Richtung des Berges, welcher unsere angepeilte Landmarke war. Auch diesmal trafen wir wieder auf einige Personen, welche uns etwas über den Tatzelwurm erzählen konnten. Natürlich fragt man nicht jede Person, welche zufällig über den Weg läuft, sondern hält sich an Personen, welche sich ausruhen oder bei einer Tätigkeit sind, um diese in ein Gespräch zu verwickeln. Als ein schwieriger Faktor hat sich hierbei der Dialekt heraus gestellt, welcher ab und zu zu einem kleinen Verständigungsproblem führte.

Das nächste Nachtlager errichteten wir in einer Art Schlucht, nicht sehr weit von einem rauschenden Bergbach entfernt. Das kühle Wasser sorgte an diesem Abend für eine angenehme Abkühlung. Wir hatten noch einen Tag vor uns, welcher uns dann nach Innsbruck führen sollte, von wo wir am frühen Sonntagmorgen unsere Rückreise mit der Bahn antreten sollten. Nachdem jedoch erst einmal der Samstag angebrochen war, bauten wir das Zeltlager wieder ab und zogen langsam in Richtung Innsbruck, dabei immer noch auf der Suche nach Plätzen, von wo aus wir nach dem Tatzelwurm Ausschau halten konnten. Die Strecke nach Innsbruck legten wir gut zurück, so das wir unser letztes Zeltlager ein Stück weit vor der Stadt aufbauen konnten.

An diesem Abend saßen wir alle noch einmal beim Lagerfeuer bis weit nach Mitternacht zusammen und ließen die Erlebnisse der letzten Tage noch einmal Revue passieren. Dabei kamen Fragen auf, was man z.B. hätte besser machen können, um noch mehr greifbarere Ergebnisse hätte liefern zu können. Zudem fanden es einige der Mitglieder sehr bedauerlich, keinen Tatzelwurm zu sehen bekommen zu haben. Dennoch würden sich alle an weiteren Exkursionen dieser Art beteiligen.

Der Sonntagmorgen begann um 4.30 Uhr mit dem allgemeinen Wecken sehr frühzeitig. Anschließend wurde alles zum letzten Male das gesamte Lager abgebaut, die Sachen verstaut und alles für den letzten Marsch zusammen gepackt. Es waren nur noch wenige Kilometer bis zum Bahnhof in Innsbruck, wo wir gegen 7.00 Uhr schließlich eintrafen. Mit dem ersten möglichen Zug ging es dann nach München, wo wir uns von der südlichen Gruppe trennten. Der Rest fuhr weiter nach Norden, wo wir uns schließlich in Frankfurt am Main verabschiedeten. Kleinere Gruppen setzten dann noch ein Stück weiter ihren Weg gemeinsam fort.

Als Fazit aus dieser Forschungsreise kann man ziehen, dass diese zwar weder einen Beweis für oder gegen die Existenz des Tatzelwurmes erbringen konnte, was auch nicht das gesetzte Ziel war, noch einen Tatzelwurm fangen oder sichten konnte, was ebenfalls nicht vorgesehen war. Allerdings ist diese Reise dennoch als Erfolg anzusehen, konnten wir doch eine Menge an lokalen Daten über den Tatzelwurm sammeln. Faktisch war diese sogar so erfolgreich, dass der Verein für kryptozoologische Forschungen in Zukunft verstärkt in dieser Richtung arbeiten wird. Für den Sommer 2007 plant Michael Schneider bereits eine weitere Forschungsreise auf der Spur des Tatzelwurms, diesmal jedoch weiter westlich in den Alpenregionen der Schweiz. Diese Tour soll jedoch weniger Teilnehmer haben, dafür wird über diese eine Videodokumentation gedreht werden. Die nötigen Erfahrungen konnten auf dieser Reise gesammelt werden.

Eingetragen in Kategorie: Expedition, Fabelwesen, Kryptozoologie

Milchdiebe

Die Milchdiebe von England

Im Jahre 1921 öffnete eine Hausfrau aus Swaythling in England wie jeden Morgen die Haustür um die Milchflasche zu holen, welche tagtäglich vor Sonnenaufgang vom Milchmann geliefert wird. Zum wiederholten Male musste sie leider feststellen, dass der Pappdeckel der Flasche sowie etwas Milch fehlte. Diese Milchdiebstähle verbreiteten sich in der ganzen Nachbarschaft. Nachdem diese seltsamen Vorkommnisse immer weiter zunahmen, trat man mit diesem Problem an den Milchmann heran. Dieser versuchte den aufgebrachten Leuten zu erklären, wer für das Verschwinden der Milch verantwortlich sein könne. Er war der Meinung, dass das gefiederte Volk dafür verantwortlich zu machen sei. Jeden Morgen bei der Milchauslieferung folgten ihm stets etwa neun Blaumeisen, manchmal auch noch mehr. Aber niemand der Dorfbewohner wollte der Geschichte des Milchmannes Glauben schenken.

BlaumeiseWas keiner für möglich hielt bestätigte sich jedoch, als einer der Beraubten sich auf die Lauer legte. Und wahrhaftig konnte er diese Vögel beobachten, wie sie, nachdem der Milchmann verschwunden war, sich mit den Füßen am Rand der Milchflaschen festklammerten und mit dem Schnabel so lange auf den Pappverschluss der Milchflaschen hämmerten, bis diese offen waren. Danach versteckte die Blaumeise ganz raffiniert den Verschluss in einem Busch in unmittelbarer Nähe und machte sich nach dieser Arbeit an die wohlverdiente Milch.

Diese Milchdiebstähle verbreiteten sich nach einiger Zeit in ganz England, innerhalb weniger Jahre sogar in Schottland und Irland. Die stark vermehrten Milchraubzüge liegen auch mit der sehr starken Blaumeisenpopulation zusammen. Englands Milchindustrie wurde entgültig im Jahr 1944 dazu verleitet, von den einfach herzustellenden Pappdeckeln auf Metallverschlüsse umzuwechseln. Doch auch diese Maßnahme schreckte die milchvernarrten Blaumeisen nicht davon ab, weiter erfolgreiche Milchdiebstähle zu begehen. Die Kunden wurden nun darum gebeten, Steine, Töpfe oder Handtücher vor der Haustüre zu deponieren, damit der Lieferant die Flaschen damit abdecken konnte. Doch die Blaumeisen gaben nicht auf.

Eine Frau konnte beobachten, wie eine walnusskleine Meise so lange auf einem der Steine herumhüpfte, bis dieser herunterfiel. Eine weitere Zeugin sah mit an, wie am Handtuch mehrere Blaumeisen zogen, um so an die Flaschen mit dem köstlichen weißen Inhalt zu gelangen. Trotz der Belästigung durch diese Milchräuber wollte keiner den Vögeln etwa antun und sie “vernichten”. Die britischen Haushalte müssen sich damit abfinden, dass sich die schlauen Blaumeisen gelegentlich an ihrer Milch bedienen und sehen es mittlerweile gelassen.

Autor: Nadine Schneider

Eingetragen in Kategorie: Kurioses, Verhalten, Vögel