Bigfoot – Die Legende lebt!

Die Legende lebt
Bigfoot
Die Legende lebt!

Nachdem Bigfoot ein 80er Jahre Musikfestival angegriffen hat, schickt der Promoter Harley Henderson ein Team los, ihn zu fangen. Althippie Simon Quinn versucht jedoch alles, um dieses seltene, einzig bekannte Exemplar der legendären Spezies zu schützen. Doch Bigfoot, der sein Territorium bedroht sieht, zieht eine Spur der Verwüstung und des Todes durch das Land. Es kommt zum finalen Kampf am Mount Rushmore…

Die Geschichte des Films und der Titel klingt wesentlich besser als das, was die Produzenten von SyFy hier als trashigen B-Movie vorlegen. In der ersten Minute sieht der Film noch wirklich toll aus, eine schöne Naturlandschaft mit Bergen im Hintergrund, eine Libelle die von einem Frosch gefressen wird, der dann das Opfer eines Lachses wird, welcher dann ebenfalls das Opfer eines Bären wird. Schließlich wird der Bär von einem Jäger erschossen, und der Jäger wird dann ebenfalls Opfer eines höherstehenden Wesens – Bigfoot hat seinen Auftritt.

Die Effekte sind leider allesamt billigste CGI-Computereffekte, die möglichst billig und lieblos eingefügt wurden. Man ist ja von SyFy schon einige schlechte Produktionen gewohnt, aber dieser Bigfoot ist wirklich unterstes Niveau. Schon die Größe schwankt in den einzelnen Einstellungen zwischen drei und bis zu zehn Meter an Körpergröße.

Die Leistung der Schauspieler ist dagegen sogar noch als hochwertig zu bezeichnen, auch wenn hier mal wieder ehemalige TV-Serienstars auf ein billiges und völlig unlogisches Drehbuch losgelassen werden. Den Höhepunkt des Films bildet die Rocklegende Alice Cooper, der sich hier kurzerhand selbst spielt – als alter Rockstar, der unter falschen Informationen auf dieses obskure Musikfestival gelockt wurde. Und als er auf der Bühne steht, kommt mal eben der gewaltige Bigfoot aus dem Wald und beendet die Vorstellung.

Keine Ahnung wie man Alice Cooper für dieses Billigfilm gewinnen konnte, aber er wertet dieses Machwerk wirklich auf.

Den Rest der Handlung erspare ich mir hier in der Schilderung, denn der Rest ist wirklich so grottig, dass nur Hardcore-Trashfans auf der Suche nach schlechten Filmen hier ihre wahre Freude am Film haben werden, wenn Bigfoot als mordende Bestie seine Opfer meuchelt.

 

 

Filmdaten
Titel: Bigfoot – Die Legende lebt!
Originaltitel: Bigfoot
Land und Produktionsjahr: USA 2012
Produktion: SyFy
Regie: Bruce Davison

Darsteller
Sherilyn Fenn
Danny Bonaduce
Barry Williams
Alice Cooper

 

 



Bigfoot – Der Blutrausch einer Legende

Bigfoot
Bigfoot
Der Blutrausch einer Legende
Der kurze Film von Patterson und Gimlin, welcher einen weiblichen Bigfoot zeigt, ist bis heute heftig umstritten. Skeptiker sehen darin einen geschickt gemachten Fake (Fälschung), während auf der anderen Seite die Befürworter diesen Film nach wie vor als den besten Beweis für die Existenz eines großen Primaten in den Wäldern und Gebirgen Nordamerikas sehen. Keine der beiden Seiten konnte bis heute tatsächlich und unumstößlich nachweisen, dass dieser kurze Film eine echte Aufnahme oder eben eine Fälschung darstellt.

Dies ist natürlich ein Stoff, der sich ausgezeichnet für eine filmische Adaption eignet, und regelrecht nach einer Umsetzung als Horrorstreifen in guter Found-Footage-Films Manier schreit. Found-Footage-Films sind seit dem legendären Blair Witch Project nicht mehr aus der Filmwelt wegzudenken. Vor allem, da sich diese Filme mit kleinem Budget produzieren lassen. Und genau nach diesem Schema setzt auch der Film Bigfoot – Der Blutrausch einer Legende an.

Wobei der deutsche Titel „Der Blutrausch einer Legende“ unheimlich schlecht vom Verleih gewählt wurde. Der Originaltitel „Bigfoot – The Lost Coast Tapes“ ist hier wesentlich passender. Zum besseren Verständnis: Lost Coast (oder auf deutsch Verlorene Küste) wird die Pazifikküste in Nordkalifornien (USA) genannt. Diese Küste ist auf großem Raum kaum besiedelt und geht direkt in die großen Waldgebiete im Norden von Kalifornien über. Dieses Land ist Bigfoot-Land, auch der legendäre Patterson-Gimlin-Film entstand in dieser Gegend.

Und mit dem Patterson-Gimlin-Film beginnt quasi auch die Geschichte des Films Bigfoot – Der Blutrausch einer Legende. Eine Gruppe junger Journalisten möchte eine TV-Sendereihe namens Hoax Busters produzieren, in der man vermeintlich übernatürliche Ereignisse und Berichte als Betrug oder Einbildung entlarvt. Bigfoot steht hier natürlich ganz weit oben auf der Liste. Als sie von einem Mann erfahren, der an der nordwestlichen Pazifikküste den Körper eines toten Bigfoot gefunden haben will, ist das Material für die Pilotfolge der Serie gefunden. Die Ausrüstung wird zusammengepackt und das Filmteam macht sich mit einem Van auf den Weg in die Wälder, um ein exklusives Interview mit dem Finder zu drehen.

Anfangs scheinen die Dreharbeiten genau das Erwartete zu bestätigen und alles sieht nach einem Scherz aus, so dass man hier bereits Rekordeinschaltquoten mit einem falschen Bigfootkadaver wittert. Doch dann wird aus dem Projekt tödlicher Ernst.

Für einen Found-Footage-Film bietet dieser Film sogar eine recht dichte Atmosphäre und über die erste Stunde hinaus wird die Erwartung und Spannung hochgehalten. Es gibt weniger Knall- und Spezialeffekte, dafür weiß die Geschichte um das zusammengewürfelte TV-Team zu fesseln. Faktisch bekommt man im gesamten Film auch nicht einen einzigen Bigfoot zu sehen, lediglich ein paar Augen in der Dunkelheit, Kratzspuren, Fußspuren und nächtliches Gebrüll liefern den Background der Geschichte. Aber diese Stilmittel werden gekonnt eingesetzt.

Selbst am Ende, wenn der Zuschauer eine böse Überraschung erlebt, auf die ich hier gar nicht eingehen möchte, sind nur wenige Details vorhanden und lassen viel Spielraum für Interpretationen. Nachdem ich eine Vielzahl an anderen Bigfoot-Verfilmungen gesehen habe, hat mich diese Produktion durchaus überrascht und liegt im Vergleich über dem Durchschnitt. Ansehen lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn der Stoff nicht jedem gefallen wird.

Filmdaten
Deutscher Titel: Bigfoot – Der Blutrausch einer Legende
Originaltitel: Bigfoot – The Lost Coast Tapes
Land und Produktionsjahr: USA 2012
Regie: Corey Grant
FSK: 16 Jahre
Laufzeit: 86 Minuten

Darsteller
Drew Rausch
Ashley Wood
Frank Ashmore
Rich McDonald
Noah Weisberg
Rowdy Kelley
Japheth Gordon
Sweetie Sherrié

Der Mythos Godzilla


Godzilla
Godzilla
Die Erde erbebt unter mächtigen Schritten, Menschen fliehen in wilder Panik und ganze Städte werden dem Erdboden gleichgemacht. Dies alles geschieht durch ein gewaltiges Ungetüm, welches wie eine postapokalyptische Vision eines Dinosauriers aussieht und dessen Ausmaße gewaltig sind. Der Name dieses Ungetüms: GODZILLA


Godzilla

Wohl jeder hat schon einmal von diesem japanischen Filmmonster gehört oder kennt mindestens einen Film des erfolgreichsten Filmmonsters aller Zeiten. Mit weit mehr als 25 japanischen Produktionen und einer amerikanischen Version von Erfolgsregisseur Roland Emmerich bricht Godzilla somit alle Rekorde in der Zahl der Auftritte als reines Monster.

Das Godzilla ein Filmmonster ist steht wohl außer Frage. Jedoch ist um dieses Monster eine Legende entstanden, welche auf einen wahren Kern hinter Godzilla hinzuweisen scheint. Hierzu sollte man erwähnen, das Godzilla im Grunde genommen nur eine Interpretation seines japanischen Namens ist, welche sich beim Import des Films für das amerikanische Publikum eingebürgert hat, da man den Originalnamen nicht für einprägsam und zu schwierig hielt. So wurde aus dem japanischen Original Gojira kurzerhand der in westlicher Welt verbreitete Name Godzilla.

Dieses Monster war so erfolgreich, das schon bald erste Legenden um die Herkunft des Monsters entstanden, so dass dieses einen festen Platz in der Legendenwelt erhielt. Im Internet und einigen anderen Veröffentlichungen findet man so z.B. die Geschichte, dass der Godzilla im Film auf einer wahren Gestalt beruhen soll, vor welcher japanische Fischer seit Jahrhunderten Angst haben. Dieser Gojira soll ein gewaltiges Ungeheuer aus den Tiefen der Meere sein, welches einfach Fischerboote angreift und diese mitsamt der Besatzung in die Tiefe zieht. Das sich diese Legende verbreitete ist auch nicht weiter verwunderlich, da dies in etwa die Grundgeschichte hinter den Godzilla-Filmen darstellt und dies auch Ansatzweise in den Filmen behauptet wird. Dieser „Ur-Godzilla“, jenes bösartige Meereswesen „Gojira“, war demnach der Namensgeber für das durch radioaktive Verstrahlung entstandene Monster der Filmreihe. Doch was steckt tatsächlich hinter der Legende des Filmmonsters Godzilla? Um dies zu erörtern, werfen wir einen Blick auf die tatsächliche Entstehungsgeschichte von Godzilla.

Im Jahr 1954, knapp neun Jahre nach den Atombombenangriffen auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki, wurde Japan ein zweites Mal mit dem nuklearen Albtraum konfrontiert: Das japanische Fischerboot „Fukuryu Maru“ (Glücklicher Drache) kam damals während einer Fangfahrt vom Kurs ab und verirrte sich in die Nähe des Bikini-Atolls im Pazifik, wo gerade die berüchtigten Bravo-Atombombentests des amerikanischen Militärs stattfanden. Einige Tage später kehrten die Fischer in ihre Heimat Japan zurück und wiesen mysteriöse Krankheitssymptome auf. Einer der Fischer starb kurz nach der Einweisung in ein Krankenhaus auf qualvolle Art und Weise. Während die westlichen Medien diesen Vorfall fast gänzlich verschwiegen, sorgte der „Fukuryu Maru-Vorfall“ in Japan für eine regelrechte Massenhysterie. Die japanische Presse sprach vom „zweiten Atombombenangriff in der Geschichte der Menschheit“ und schürte somit den alten und tiefen Hass auf die Amerikaner wieder an. Schließlich verbot die japanische Regierung die Auslieferung aller in diesem Gebiet gefangenen Fische. Mit Recht befürchte das Gesundheitsministerium, dass alle Meerestiere aus diesem Testgebiet hochgradig radioaktiv verseucht sein könnten.

Der Filmproduzent Tomoyuki Tanaka erkannte als erster das gewaltige kommerzielle Potential dieser dramatischen Ereignisse. Er schlug den als äußerst flexibel geltenden TOHO-Studios vor eine gruselige Katastrophengeschichte zu entwickeln, welche auf diesem Vorfall basieren sollte. Tanaka schwebte eine Produktion vor, welche Elemente aus dem legendären Abenteuerfilm 20.000 Meilen unter dem Meer und dem Monster-Spektakel von Ray Harryhausen Panik in New York enthielt, welche im Jahr zuvor in Amerika die Kinokassen kräftigen klingeln ließen. Die TOHO-Bosse waren von der Idee begeistert und gaben grünes Licht für diese Produktion. Tanakas Titelvorschlag für den Film lautete The giant Monster from 20.000 Miles under the Sea, angelehnt an die beiden Produktionen, welche ihm als Vorlage vorschwebten. Für eine erste Fassung der Geschichte engagierte Tanaka den Science Fiction-Autoren Shigeru Kayama, welcher innerhalb weniger Tage eine Geschichte mit dem kurzen Titel „G“ („G“ für „Giant“ = der „Riese“) ablieferte. Der Anfangs geplante Regisseur Senkichi Taniguchi weigerte sich jedoch diesen Film zu drehen. Durch Zufall stellte sich zu dieser Zeit der Regie-Newcomer Inoshira Honda bei TOHO vor und war von dem Konzept begeistert. Er hatte große Pläne mit der „G“-Idee und somit schlug die Geburtsstunde des späteren Monsters.

Honda arbeitete sofort mit dem Autoren Takeo Murata an einer Drehbuchfassung der Geschichte um „G“. Nach einigen Tagen standen dann endlich inhaltliche Eckpfeiler für den Film fest, welche Honda schließlich auch in seinen einbaute. Ein gigantisches Monster wird durch radioaktive Bestrahlung erweckt und greift die Millionenstadt Tokio an. Der Name für das Monster wurde auch recht schnell gefunden, aber nicht, wie man später gerne aufführte, aus einer alten Legende der Fischer, sondern ganz willkürlich. Ein etwas dickerer Mitarbeiter der Marketing-Abteilung der TOHO-Studios wurde von seinen Mitarbeitern boshafterweise Gojira genannt, ein Wortspiel aus den japanischen Worten für „Gorilla“ und „Wal“. Honda gefiel diese Bezeichnung so gut, dass er sich entschloss sein Filmmonster ebenso zu benennen.

Die Dreharbeiten zogen sich sehr zum Ärger der TOHO-Bosse in die Länge, was natürlich mit erheblichen Kosten verbunden war. Um etwas Geld in die Kasse zu bekommen, produzierten diese nebenbei, ohne Hondas Einverständnis, eine Serie aus fünf Hörspielen für das Radio mit Gojira. Als Hondas Film endlich fertiggestellt war, hatte dieser durch die Hörspiele bereits eine sehr große Fangemeinde. Trotzdem war die Produktion für das Studio ein extremes Wagnis, denn immerhin spielte der Film ja auch direkt auf die Zerstörung der Städte Hiroshima und Nagasaki durch Kernwaffen an, was bis zu diesem Zeitpunkt in Japan ein absolutes Tabu-Thema war. Das Wagnis zahlte sich jedoch aus und Godzilla, wie man ihn im Ausland nannte, wurde zum zweiterfolgreichsten japanischen Film aller Zeiten, nur Kurosawas Meisterwerk Die sieben Samurai spielte ehemals mehr Geld ein.

Die Legende um Godzilla entstand im Laufe der Jahre, als immer mehr Nachfolger dieses Klassikers gedreht wurden. Somit ist Godzilla nichts weiter als ein modernes Fabelwesen. Jedoch sollte man erwähnen, dass es nicht auszuschließen ist, dass sich eines Tages wirklich durch radioaktive Mutationen gefährliche Wesen entwickeln können. Dies wären dann allerdings real existierende Erben von Godzilla – dem japanischen Ungetüm.

Autor: Michael Schneider

Verwendete Quellen:
Gernot Gricksch, Godzilla, 1998